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United World Project - Teil 3

Jeder hat das Recht, sich mit dem zu befassen, das uns alle betrifft, besonders wenn er Ideen hat, um die Beziehung zwischen Mensch und Mensch zu verbessern. Wir benötigen einen gemeinsamen Nenner, den letztlich alle unterschreiben können, der die bisherigen Versuche hierzu vernetzt und aktualisiert. Mein Respekt für alle bekannten Methoden hält sich in Grenzen, solange die Schlagzeilen unserer Zeitungen ernst gemeint sind und die Tatsachen dahinter andauern. Eine reale Lösung würde man daran erkennen, dass diese Mängel vorbei sind. Der gemeinsame Nenner kann nur gemeinsam entstehen, ein Text aus meiner Feder kann deshalb nur eine Beta-Version sein. Wie bei Wikipedia sollte diese gemeinsame Vereinbarung wachsen (1), bis sie übereinstimmend ist. Der Zeitrahmen hierfür sollte sich bitte jedoch eher in Monaten, als in Jahrzehnten messen. Die Beziehung zwischen Mensch und Mensch ist etwas Kleines, fast unsichtbares, ein Band der Kommunikation, ein Regelwerk der Freundschaft oder Feindschaft. Aber doch bestimmt dieses Kleine und Unscheinbare, je nachdem, wie es ausgeformt ist, das Verhältnis der ganzen Menschheit, das Schicksal von Terra. Grundlage des folgenden Manifests sind, neben den hier beschriebenen Themen unter anderem das "Manifest des evolutionären Humanismus" (1), das "Projekt Weltethos" (1), die "Deklaration der Menschenrechte" (1), die Global Marshall Plan Initiative (1), aber auch ein künftig vollständig ausformuliertes "Manifest der romantischen Liebe" bzw. ein "Manifest der freien Liebe" (1) .


Manifest für eine vereinte Welt


Seit Ende des Ost–West Konfliktes erfordert die Zeit eine neue Vision, die den Schritt nach vorne zeigt und den scheinbar unlösbaren Weltproblemen eine Strategie gegenüberstellt. Hierzu ist es unerlässlich, das heute nicht mehr passende Dogma der Gewalt und Egozentrik durch ein tragfähiges "Wir-System" zu ersetzen. Wir benötigen ein zukunftsfähiges Fundament durch die Vernetzung aller Menschen, die eine schönere Welt wünschen. Dieses Fundament hat seine Basis nicht mehr in der Nationalität, in der separaten Kleinfamilie, in einer egozentrischen Sichtweise, Lebensweise, Wirtschaftsweise oder Kaste, sondern in der gemeinsamen Basis der Weltbürgergesellschaft, der Kommunikation, der Aufklärung, der Kunst, der kollektiven Regie (statt Regierung), des "inneren" Kindes (der unversklavte Mensch mit all seiner natürlichen Fähigkeit zu Kreativität, Neugierde, Humor, Spiel) und der menschlichen Liebesfähigkeit.

Unsere Welt braucht heute ein neues Gesellschaftsprogramm. Die „Software“ mit der der Mensch funktioniert ist veraltet und bietet zu viele Fehler, Reibungsverluste, "mentale Trojaner", Widersprüche und Abstürze. Geht das – noch mal „von vorne“ anzufangen? Und ein funktionierendes neues Zivilisierungsprogramm 2.0 zu entwerfen, das all die heutigen Erkenntnisse, Techniken und Möglichkeiten berücksichtigt? Kann man Menschen umprogrammieren wie Computer, kann die Menschheit ihr "mentales Betriebssystem" wechseln?

Eines vorweg: Wir leben leider noch in „Babylon“. Wir verwenden kein funktionales Esperanto. Es fehlt für manches, was denkbar ist, noch das exakte Wort in aller kürze. Schon unsere Sprache ist gewalttätig geprägt. Jeder verformt Information durch Betrachtung aus dem eigenen Blickwinkel, jeder versteht viel zu oft etwas anderes. Worte als Basis unserer Kultur sind zwar sehr wichtige, aber leider noch teils unperfekte Werkzeuge.

Das herrschende System betrachtet oft Visionen und konkrete Utopien viel kritischer als Altbekanntes. Jeder kleine Fehler ist Argument für die Unmöglichkeit des Ganzen. So blockiert man Experiment und Initiative im Keim. Dies Verhalten scheint Trägheit und Selbsterhaltungsschutz des traditionellen Denk- und Verhaltensmusters zu sein, das damit zu Selbstzweck wird und Monopol bleibt. Kein Fortschritt wäre realisierbar, wenn das Endprodukt in Perfektion schon am Anfang stehen müsste. So wie ein Kind laufen lernt, ist Experiment, Versuch und Irrtum, und Zielorientierung der richtige Weg.

Wer, hineingeboren in diese Welt, nach Jahrzehnten in denen man von Kind an naiv, gutgläubig und notgedrungen mitspielt, plötzlich erkennt, dass dies hier in sozialer Hinsicht ein globales Irrenhaus ist, aus dem man nicht grundlegend fliehen kann (außer man verändert es), steht erst mal vor dem Problem, dass man angesichts der Machtlosigkeit des Einzelnen sprachlos gegen den Strom steht, oder nur unartikuliert herumschreien könnte. Auch weil schon Hunderte große Namen und historische Ereignisse, Ideologien, Religionen, Parteien, Erfindungen und Organisationen versucht haben dies zu ändern. Die Euphorie des Erwachens endete stets nur im Weiterträumen auf einer etwas höheren Ebene.

Wir leben nicht in der Welt, wie sie wirklich ist, sondern wir leben in dem Bild, das wir uns von der Welt und uns selbst machen. Wir vertrauen gutgläubig in eine Wahrheit, die sich auf die Verquerung von Realität und Fiktion (Fakt und Interpretation) stützt. Ein großer Fehler ist, dass der Zweifel, den jeder mit sich herumträgt, kaum Manifest wird und isoliert bleibt. Wir verdrängen kollektiv aus Angst vor ungeschminkter Wahrheit und Desorientierung, falls das Bekannte, teils als Illusion entlarvt, zusammenstürzt. Es darf nicht zusammenstürzen ohne eine Neuorientierung samt Plan, die in der Lage ist, die Einzelteile aus dem heutigen „Zeitalter der Zerspaltung“ wieder zu einem neuen, schöneren Ganzen zusammenzufügen.

Es gibt kein "Normal", das schönste "verrückte" System möge gewinnen! Ein System der Kunst möge gewinnen!

Gerade heute wäre es für die Menschheit wichtig, einmal generell Bilanz zu ziehen (Jahrtausendwende, Wissensexplosion, Kommunikationszeitalter, Globalprobleme): Was wurde bisher erreicht? Wohin wollen wir und was wäre wichtig als nächsten Schritt anzugehen? Wo belügen wir uns selbst? Gibt es ungelöste Probleme, die uns ständig im Weg stehen, und deren Lösung uns ein vielfaches, der in Lösungsprojekte investierten Energie einbringen könnte?
Auch ist es nötig, einmal unsere Erkenntnisse durch eine Placebo (1) Testgruppe gegenzeichnen zu lassen um reine Glaubenswahrheiten (die nur wahr sind, weil man glaubt, dass sie wahr sind) zu entlarven, und deren weiter bestehen von der Nutzenfrage abhängig zu machen. Es darf keine Tabus mehr geben, das heißt unter anderen auch: Was bringt Religion? Was sind die realen Ergebnisse? Was bringt die heutige Art von Politik? Ist das echte Demokratie, nur alle 4 Jahre zwischen oft kaum unterschiedlichen Politkonzernen wählen zu können? Außerdem sollten wir die Kausalitätskette (1) (der Kreis von Ursache und Wirkung) unserer Sisyphosspiele und Teufelskreise verstehen. Die Kausalitätskette zeigt: Wir alle sind Opfer von Opfern, deshalb darf es nicht andauernd nur um Schuld, Strafe und Rache gehen, denn dies ist der Weg der ewiglichen Gewaltspirale, der Naivität und Dummheit. Der „Irrtum des Glaubens an eine Gewaltlösung“ überträgt sich wie eine Informations- und Verhaltensmusterübertragung von Eltern auf Kinder. Ein Erb- und Denkfehler, der wahrscheinlich in die Zeit zurückreicht, als wir noch auf den Bäumen lebten. Wir sind sozusagen Zwitterwesen, halb Mensch (erst langsam wird klar, was das letztlich heißen könnte) und noch halb Affe.

Wir sitzen in einem unmöglichen Spagat zwischen zwei Stühlen. Der Weg zur Vergangenheit ist versperrt. Der Geist ist aus der Flasche. Mit diesen paar Pfund Menschenhirn können wir nicht mehr zur Ordnung des Tierreichs zurück. Uns bleibt nur der Weg nach vorn, ins Unbekannte einer neuen Ordnung. Die Evolution treibt ein gewagtes Spiel mit uns. Entweder die Biologie wächst über sich selbst hinaus, oder sie droht sich selbst von diesem Planeten zu fegen. Wir Menschen gleichen einem gefährlich oder wunderbaren biologischen Wesen, für das uns niemand eine wirklich passende Gebrauchsanleitung mitgeliefert hat. Es liegt nicht am „Material“, sondern an den Programmen, dass wir nicht schon viel weiter sind. Ein sozialpsychologisches Problem.
Das heutige Hauptproblem ist also, dass der Mensch sich selbst zerstört, sein eigener größter Feind ist. Dies kann nicht länger hingenommen werden. Deshalb gehört heute das Zentrum unserer Aufmerksamkeit und Kreativität hierhin. Wir brauchen klare, wissenschaftliche und funktionelle Lösungen, und zwar nicht irgendwann, sondern unverzüglich. Wer heute diese Priorität nicht erkennt, beweist dadurch einen unzeitgemäßen Realitätssinn.

Der Zwiespalt zwischen technologischer Moderne und kulturellem Neandertal einer sich selbst und diesen Planeten barbarisch zerstückelnden Menschheit, die dieses Tun jedoch immer bewusster erkennt, die das Morden und die Schritte auf den Abgrund zu akribisch genau beschreibt und betrachtet, ohne einzulenken, ohne etwas zu tun, ist ungeheuerlich. Je mehr diese Spannung steigt, desto mehr fordert sie eine Lösung. Dafür arbeitet die Zeit. Gegensätzliche Charaktere besetzen mehr oder weniger einen jeden von uns (Gut/Böse, Jekyll & Hyde). Diese Spaltung gilt auch kollektiv für die ganze Menschheit. So sitzen wir staunend vor den täglichen TV-Nachrichten (unserem „verlängerten Auge“) und betrachten die Ohnmacht von Vernunft, Gerechtigkeit, Menschlichkeit, Liebe usw. gegenüber dem lachenden Killer, dem Diktator, Egozentrik, Gewalt, Hass, Desinformation und Dummheit.

Heute ist erkennbar, dass unsere Instanzen, die wir haben, um die Hauptprobleme der Menschheit zu lösen, von Politik bis Religion, von der Philosophie bis zur UNO, am Erfolg gemessen unfähig sind. Dass unser Zivilisierungsprogramm ungenügend, und unser gesellschaftlicher Moralkodex kaum mehr als eine Fassade ist. Schlimmer noch: Schon unsere Art Probleme zu lösen ist das Problem! Hier kommen wir nicht mehr weiter ohne unsere Aufmerksamkeit auf die Problematik und das Verstehen von Paradoxien zu richten, deren unmögliche und absurde Logik jeder im Kopf mitträgt.


M. C. Escher:  "Die unmögliche Lattenkiste" (1)  (2)

Hier ein Beispiel, dass das Dilemma zeigt (fast möchte man sagen: den Kampf zwischen rechter und linker Gehirnhälfte). Der Philosoph Karl Popper hat einem Kollegen einmal folgende Postkarte geschickt:

"Lieber M. G. Bitte senden Sie mir diese Karte wieder zurück, tragen aber vorher "ja" oder irgendein anderes Zeichen in das leere Rechteck links von meiner Unterschrift ein, wenn Sie Grund zur Annahme haben, dass ich bei Erhalt der Karte dieses Rechteck noch leer vorfinden werde. Ihr ergebener Karl Popper."

Wer diese Aufforderung ernst nimmt und zu lösen versucht, befindet sich in der Zwickmühle. Unser Leben bietet uns viele genau dieser Situationen und Aufforderungen zur "Quadratur des Kreises", da sich viele unserer allgegenwärtigen, strukturellen und fundamentalen Grundregeln und Verhaltensweisen auf solche Paradoxien stützen. Zum Beispiel der Versuch das Böse durch Gewalt besiegen zu wollen, der Versuchung Ökologie und unsere egozentrische Art von Ökonomie unter einen Hut zu bringen, oder der Versuch Freiheit und Liebe in Besitzgrenzen zu sperren und dies durch Schließen der Mauer zu „sichern“.

Tragikkomisch, voll Hingabe und Zuversicht versuchten wir immer wieder das unmöglichen. Ein Hund rennt hinter der Wurst vor seiner Nase her, die an einem Stäbchen hängt, das an seinem Rücken befestigt ist. Je intensiver diese Art der Lösungssuche ist, desto mehr wird sie zum Albtraum. Die echte Lösung wäre, diese Art Lösungsversuche als Falle, Zeit- und Energieverschwendung zu erkennen und andere Lösungsstrategien zu entwickeln.

Heute ist die Paradoxie nicht mehr nur ein Knistern in Gebälk des alten Weltbilds, sondern der Apostel des Aufruhrs im Königreich der Orthodoxie. Heinz von Förster (1)

Es ist kaum zu glauben, aber genau diese Verquerung mit Paradoxien ist die Art von Lösungssuche, mit der selbst unsere höchsten Ordnungsmechanismen, die Politiker weltweit (die Hände gebunden durch Tradition, Sachzwang und Egoismus/Egozentrik) versuchen die Welt zu regeln. Die Ergebnisse von Finanzgipfel, Umweltgipfel, Menschenrechtsgipfel usw. sind eine Farce. Wer heute moralisch und ethisch handelt, ist nur noch der Dorftrottel in zunehmend egoistischer Realität. Die Politik weltweit ist letztlich ratlos, hilflos und orientierungslos. Sie steuert kaum mehr, sie wird gesteuert. Wir fahren ohne Lenkrad, was, da wir sowieso kein Ziel haben, erst auffällt, wenn’s kracht.

Es ist die Weltordnung einer Menschheit, die, weil sie das Bisherige beibehält, keine positive Zukunft mehr hat. Die Politik ist dabei, die Legitimation für die Macht, die sie noch in den Händen hält zu verlieren, sie hat keine Konzepte und Visionen – außer der eigenen Macht. Der Unterschied zwischen Regierung und Opposition ist minimal, bzw. Heuchelei. Deshalb auch Parteiverdrossenheit und die wachsende Gruppe der Nichtwähler.

(Nachtrag 2013-06: Die folgenden Zeilen entstanden, als die Piratenpartei bei ca. 10 % Wählerstimmen stand und noch nicht durch Sabotage oder Selbstzerfleischung auffiel.)
Die Piratenpartei ist hier eine Ausnahme, ihr fehlt allerdings ein Gesamtkonzept. Meiner Meinung nach sollten die Piraten versuchen das Internet konsequent als künftiges Gehirn der Menschheit zu verstehen und mit dem liquid Demokratie Konzept den Menschen hinter der "nationalen Verpackung" zu einem globalen modernen Menschenbild organisieren. Wir sind in erster Linie Menschen und Erdbürger und nicht die Gefangenen unserer Urgroßväter und einer zufällig hineingeborenen Nation. Patriotismus sollte heute dem ganzen blauen Planeten gelten. Patriotismus nur gegenüber einem Bruchstück davon ist in heutigen Zeiten absurd und letztlich ein vergangenheitsgerichteter Anachronismus
(1) oder eine Form von Autismus.

Es geht heute um den Menschen und um Terra und nicht um Länderidentitäten! Wir sind Terraner! Die Piraten sollten deshalb gleichzeitig als eine Art "United World Partei" und als visionäre internationale "One World" Option auftreten, die dann zu diesem Manifest hier passen würden. Die Piraten sollten ihre Politiker lediglich als Avatare der Piraten-Netzgemeinde sehen. (Sogar in Talkshows wäre es durch neue Software möglich, die Schwarmintelligenz schnell und live bis zum Knopf im Ohr des eingeladenen Piraten zu lenken. Die besten Ideen und Argumente von Tausenden Online-Teilnehmern könnten innerhalb Sekunden durch gegenseitige schnelle Bewertung hochgewählt werden, als schlagfertiges Statement, zur jeweiligen Situation würde dies jedes Politiker-Ego toppen und Live-Dispute auf eine neue Qualitätsstufe heben.) Damit könnten sie das globale "Gegennetz" der NGOs und Organisationen kanalisieren und integrieren.

Es geht nicht nur um ein weitgehend freies Copyright in einem globalen Monopolyspiel. Es geht um das Ganze! Man kann "King Kong" (z. B. Großkonzerne) nicht darum bitten beim Copyright und beim Internet auf seine Besitzansprüche zu verzichten, damit bedrohen wir seine Macht im Ganzen (siehe Wikileaks/USA) "King Kong" wird keine Ruhe geben. Es geht heute bildlich gesprochen darum, dass die "weiße Frau" heute "King Kong" dazu überredet zum Menschen zu werden, sanftmütig zu werden und die Waffe abzulegen. Es geht für den Menschen heute darum, seine Affenmaske und Affenvergangenheit abzustreifen und die Gewalt als Regierungsinstrument abzulegen. Es geht um Regie und nicht mehr um Regierung, es geht um Kommunikation und nicht mehr um Kommunion. Es geht auch nicht um "Keine Macht für niemand" (ein Song von "Ton, Steine, Scherben"), sondern um "Alle Macht für alle!"  Es geht nicht mehr um: "Macht kaputt, was euch kaputtmacht!" (das ist das altbiblische "Auge um Auge"), sondern es geht um eine komplette Abkehr von der Gewalt und eine Hinwendung zur Kommunikation.

Das Informationszeitalter bietet neue Möglichkeiten zum Ändern ungerechter Machtstrukturen. Smartphones und deren Kameras sind die heutigen "Waffen" der Informations- und Kommunikationsgesellschaft. Durch YouTube kann jeder zum Sender werden und dadurch wird das Monopol der Medien gebrochen. Gewalt ist definitiv kein Instrument zur Veränderung, (weil man dadurch zu dem wird, was man bekämpft). Gewaltlose Demonstrationen mit der öffentlichen Präsenz der eigenen Argumente sind jedoch ein wichtiges Instrument. Falls "Hightech Demonstranten" geschlagen werden, dann sollten diese möglichst nicht mit Gewalt zurückschlagen, sondern sie filmen den Aggressor mit den (HD) Kameras ihrer Smartphones und veröffentlichen das baldmöglichst auf YouTube (und verbreiten den Link des Videos). Damit wäre die höhere Ethik und Moral, und damit auch der Führungsanspruch auf der Seite der Demonstranten, wenn diese mit Argumenten, mit Humor, bestenfalls mit Lösungskonzepten und nicht mit Gewalt kämpfen. Wer Gewalt öffentlich sichtbar gegen gewaltlose Bürger benutzt, der beweist damit offensichtlich seine fehlende Ethik, Verantwortung und Legitimation und verwirkt dadurch sein Recht auf Macht und Führung. Die "Wir sind 99%" Bewegung, mit der das Volk die Macht vom Geldadel und den Großkonzerndiktaturen zurückfordert, benötigt eine neue Art der Vernetzung, wir benötigen eine "Demokratie App", die sozusagen dazu fähig ist, die Macht der Kleinhirne (Staaten) an die Macht des Großhirns (Internet) zu übertragen, die Menschheit sollte also sozusagen aus dem "Embryonalstadium" oder "Kleinkindstadium" erwachen und zum Schwarm, zum kollektiven humanen Lebewesen werden. Praktisch als Umkehrung von George Orwells Roman: „1984“ wäre anstatt totaler Überwachung technisch die totale Mitbestimmung möglich. Dies wäre reale Demokratie. Die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass z. B. das globale "Finanzaffen Bankster System", das Pyramidenspiel und Geldschneeballsystem in den nächsten Jahren zusammenbricht (das ist nicht lustig und hochgefährlich). Deshalb ist es heute lebenswichtig, ein neues und besseres System zu entwickeln und in der Simulation oder an einer realen Stadt, oder an einem kleinem Land (wie z. B. Island?) zu testen. Dies alles mag utopisch klingen, so absurd und verrückt wie unser heutiges globales Werte- und Finanzsystem (z. B. laut Aussagen des Börsenprofis Dirk Müller (1) sich darstellt), ist dies aber nicht.

In einer Demokratie ist es absurd, verhindern zu wollen, dass das Volk das Herrschaftswissen und die Herrschaftslügen sieht, wie dies beim Streit USA/Wikileaks praktiziert wird. Echte Demokratie benötigt Transparenz. Die Information des Volkes hat höher zu stehen, als z. B. die Vertuschungswünsche der Geheimdienste und des diplomatischen Dienstes! (Siehe die Abschiedsrede des US-Präsidenten Eisenhower über die Macht des militärischen Komplexes und J. F. Kennedys Rede zur Aufklärung in der offenen Gesellschaft. (1)) Zum Kommunikationszeitalter gehört, dass Kritik ohne Tabus ausgesprochen werden muss. Das Zulassen und die Wahrnehmung einer sachlichen & emotionalen! Kritik wäre im philosophischen Sinne ähnlich dem japanischen „Aikido“ (anstatt gegen etwas zu kämpfen, einer spielerischen Umwandlung der negativen Energien) sehr sinnvoll. Auch dem absolut Andersdenkenden soll das Umdenken möglich gemacht werden und (ohne Bestrafung = neue Gewalt) möglichst leicht gemacht werden. Ein gutes praktisches Beispiel hierzu ist die südafrikanische Aufarbeitung der Apartheid durch die „Wahrheitskommission“ unter Desmond Tutu und Nelson Mandela. Der alte Begriff „Liebe deine Feinde“ mag so gesehen sinnvoll sein, wenn es darum geht, den Feind durch Kommunikation zum Freund zu machen, aber jener: „Lass dich schlagen und halte auch noch die andere Backe hin“ ist Unsinn.

Charisma bekommt etwas erst dann, wenn man konkret weiß, wofür man ist.

Neue Kräfte, mit einer globalen Verankerung des Denkens, anstatt der üblichen egozentrischen Verankerung, sollten heute ein neues Gesamtkonzept nach vorne entwerfen und anregen. Man hat Lösungen deshalb bisher nicht gefunden, weil diese nicht dort sind, wo wir normalerweise suchen. Die Lösung des Rätsels ist: Man kann diese Weltordnung auf unsere normale Art nicht lösen. Dialektik der Aufklärung: Je mehr wir versuchen das Böse zu unterdrücken desto mehr hat es uns im Griff. Man kann nur durchschauen, dass die Paradoxie innerhalb des paradoxen Systems unlösbar ist. Praktisch alle Organisationen (so lobenswert die Absicht oft auch ist) bewegen sich innerhalb des ewiglichen Räuber und Gendarm Spiels (indem wie durch Zauberei selbst aus reinstem „Gut“ immer wieder „Böse“ entsteht). Es reicht nicht Gendarm zu sein, und es reicht vor allen nicht, gegen etwas zu sein!

Wir müssen das Sieg/Niederlage Modell überwinden!

Es wäre einfach, wenn wir dazu nur die Aufmerksamkeit und den Blick vom bisherigen zu entziehen bräuchten. Doch solang dieses irrwitzige Weltmodell aber das Monopol hat, stößt man ständig darauf zurück und hat keine Wahl. Es stirbt erst dann etwas aus, wenn etwas Passenderes dem Unpassenden den Platz wegnimmt. Nicht bekämpfen, sondern sublimieren und umwandeln ist der richtige Weg. Deshalb brauchen wir ein neues Weltbild, einschließlich neuem Selbstbild, das, da uns weder ein UFO noch ein Messias von außen hilft, von uns selbst entworfen, konstruiert und realisiert werden muss. Es mag seltsam klingen, aber es sieht so aus, als ob uns nur die große Lösung eines neuen Ganzen aus Leid, Zwiespalt und Paradox erlöst. Jede kleinere Lösung ist keine Lösung, sondern nur Umschichtung der Probleme und dies ist so absurd wie Mülltourismus. In heutiger Zeit können wir nicht mehr vor uns selbst fliehen wie früher. Wir müssen uns dem nun stellen, wenn wir überleben wollen.

Die Konsequenz daraus wäre im besten Falle eine Menschheitsanstrengung, hin zu einem strukturellen sozialen Frieden und ein Globalmarshallplan, der die Mobilisierung eines Weltkriegs oder den geplanten bemannten Marsflug in den Schatten stellt. Es ist vorstellbar, dass ein globales Bündnis der Vernunft und der daraus resultierende Aufbruch in eine neue soziale Epoche, innerhalb der nächsten Jahrzehnte realisierbar ist. Die Bausteine dazu, neue Ideen und viele Zukunftstechnologien, sind bereits in unserer Hand und werden oft wegen traditioneller Machtbewahrung bisher kaum gefördert. Viele wichtige Informationen gehen in Belanglosigkeit und der allgemeinen Desinformation durch Überinformation wieder unter. Unser Wissen ist heute gigantisch aber das Aussortieren und das Verknüpfen zu einem neuen Gesamtbild fehlt, obwohl die Verbindungsbrücken zwischen verschiedenen Wissensgebieten längst erkennbar sind.

Die immer noch größte Paradoxie liegt darin, dass Wohlstand für alle und ein Ende von Armut und Mangel, und dadurch ein generelles Ende des Konkurrenzkampfes zwischen den Menschen heute möglich wäre, wenn wir global die gegeneinander gerichteten und gebundenen Energien, wie Rüstung, Gefängnisse, Kriminalität, Grenzen, Copyrights usw. für, anstatt gegen uns verwenden würden. Hierin liegt (sollte es uns gelingen unsere traditionelle ungeheuere Dummheit fundamental umzuorganisieren) eine Energieressource, die das Wesen „Menschheit“ gleichsam energetisch befreien würde, indem sie die durch Gewalt und Gegengewalt gebundenen Kräfte löst. Abgesehen von sozialen Pilotprojekten im geschützten Bereich, gilt auch hier, eine globale Änderung der sozialen Matrix geht nur ganz oder gar nicht, vergleichbar damit, dass „ein bisschen schwanger“ nicht möglich ist, da die neuen sozialen Regeln mit unseren bisherigen nicht kompatibel sind, sondern sich komplementär verhalten. Was innerhalb unseres bisherigen Denkrahmens unlogisch und unmöglich ist, wäre eben dann, wenn alle (im Rahmen eines Gesamtkonzeptes) gleichzeitig ihr Verhalten ändern würden, plötzlich logisch. Das Weltbild unserer Wirklichkeit in unseren Köpfen wäre somit also auf 2 verschiedenen Arten wie ein Kippbild (1) deutbar.

Dieses neue Regelwerk und Verhaltensmuster sollte im kleinen Rahmen (Gruppe/Dorf/Stadt) vorher wissenschaftlich erprobt werden, damit nicht dieselben Fehler entstehen wie im Christentum (die Gründungsidee wurde nicht realisiert), beim Kommunismus (die Gründungsidee wurde nicht realisiert), oder bei der Demokratie (die Gründungsidee wurde nicht realisiert).
Erst wenn solch eines der experimentellen Zukunftsgesellschafter Projekte gelingt, (z. B. Projekt RealTheater (1)) dann wird es vergrößert, Modelldorf => Modellstadt => Modellland...
Dadurch würde eine höhere, schönere und komplexe Ordnung auf allen Ebenen entstehen, die sich immer mehr ausbreitet und sich nicht mehr wie unsere mechanistische Weltordnung durch Zwang und Gewalt regelt. (Die heutige Weltordnung dagegen ist, wegen der Ungerechtigkeit und den Globalproblemen, zunehmend von anarchischem Chaos bedroht.) Diese neue Ordnung entspräche im besten Fall einer neuen ästhetischen Dimension, vergleichbar dem Unterschied zwischen Maschine und Lebewesen.

Das quadratische und mechanistische Denken sollte die Macht abgeben. Unsere einfachen Gesetze der Mechanik scheiterten stets an der Dynamik und Komplexität der Welt. Ihre Gültigkeit umfasst nur Teilbereiche, so geben sie auch auf die wichtigen Fragen nach Glück und Lebenssinn keine befriedigende Antwort. Wir brauchen eine Ordnung die eine nicht lineare Dynamik, Chaos, Turbulenz und Ekstase mit einschließt, anstatt dies auszuschließen. Hier bietet sich über die neuen Erkenntnisse der Chaosforschung ein tieferes Naturverständnis an, das auch auf gesellschaftlich und politische Strukturen und Prozesse übertragbar ist. Exakte Antworten, die ein für allemal gelten, werden der Vergangenheit angehören. Organische und harmonische Beziehungen und Formen, die zwischen Linearem und Chaotischem regelrecht tanzen, könnten auf künstlerische Weise das neue Weltbild prägen. Auch Liebesbeziehungen sollten nicht mehr vom Dogma des Kastendenkens versklavt werden (1) . Wer z. B. die Probleme mit begradigten Flüssen kennt, erkennt, dass sozusagen oftmals eben die unbefestigte Wellenlinie und nicht die in Beton gegossene Gerade die beste Verbindung zwischen zwei Punkten ist.

Das neue Weltbild fordert die Kooperation mit der Natur, auch der in uns, und nicht die Unterwerfung! Damit ist nicht Wissenschafts- und Technikfeindlichkeit gemeint, sondern im Gegenteil ihre Vollendung. Dies gilt auch für weltweiten Handel, Wirtschaft, Kommunikation und Großkonzerne. Diese sollten keinesfalls zerschlagen, sondern umgewandelt werden (Aikido). Reibungslose Kooperation zwischen allen Menschen würde zu einer Wirklichkeit führen, die vergleichbar ist mit dem reibungslosen Zusammenspiel der Milliarden von Körperzellen in einem intakten menschlichen Körper. Hier wie dort gilt: Das Ganze ist mehr als die Summe seiner Einzelteile

Die Türe zu ungeahnten Möglichkeiten steht offen. Die globale Kommunikationstechnik, Internet, TV, Telefon, Smartphones, Video, usw. verändern die Welt und bieten erstmals neue Möglichkeiten, die für die Menschheit als Ganzes den künftigen Sprung zum Gesamtnervensystem oder gar zum „globalen Großhirn“ möglich machen. Wer das organische Wachstum des Internets heute sieht, erkennt Parallelen zur Entwicklung des menschlichen Gehirns im Fötus. Praktisch als Umkehrung von George Orwells Roman: „1984“ wäre anstatt totaler Überwachung technisch die totale Mitbestimmung möglich. Dies wäre wahre Demokratie (1). Voraussetzung dazu wäre (u.a.) neben der weltweiten Erfüllung der menschlichen Grundbedürfnisse für alle, (in den 60er Jahren sah es noch so aus, als wären unsere Demokratien bald weltweit dazu fähig, heute ist das Gegenteil bewiesen.) ein hoher und aktueller Bildungsstand. Sodass für jeden Menschen die Orientierung im Gesamtsystem möglich ist.

Echte Demokratie erfordert einen aktuellen Bildungsstand und Transparenz. Deshalb benötigen wir ein neuartiges Weltbildungsprogramm als Grund-Informationsprogramm für jeden Menschen.
Man könnte von den klügsten Köpfen unseres Planeten einschließlich der besten Pädagogen, Regisseure und Werbespezialisten ein E-Learning (1) Bildungsprogramm auf höchstem Niveau entwickeln lassen, das zusätzlich weltweit übersetzt über Internet, TV oder DVD überall verfügbar ist (mit Optionen zu Computerspiel und Interaktivität). Das mit höchstem Aufwand so attraktiv und spannend gemacht ist, (einschließlich neueste neurologische Erkenntnisse, wie sie Gehirnforscher publizieren), dass man auch Kinder nicht mehr zum Lernen zwingen muss. Es wäre auf spielerische, zwanglose, kreative und begeisternde Art möglich, unvergesslich bleibendes Wissen in einem Bruchteil der bisherigen Zeit zu vermitteln.

Es ist unverständlich, dass wir in technischen Bereichen Riesenfortschritte erzielen, indem wir stets global die besten Methoden und Materialien aus der ganzen Palette auswählen und was wir auch herstellen ständig verbessern. Doch in Dingen, die uns selbst betreffen, wie Erziehung, Schule, Sprache, Lebensrhythmus, Arbeit/Freizeit/Lebens-Modelle usw. kaum experimentieren, global vergleichen, auswählen und in einer gemeinsamen Willensentscheidung Neues erschaffen. (Wir selbst sind der Trabbi, an dem tausend Jahre kaum etwas verbessert wurde. Wir selbst samt unserer Ellenbogengesellschaft sind der soziale Dinosaurier.) So verständlich es andererseits auch ist, dass der Mensch selbst, immer zuletzt ins Zentrum seiner Aufmerksamkeit gerät.

"Kein Überleben unseres Globus ohne ein globales Ethos, ein Weltethos (1)."
Hans Küng (1)  (2)

Es ist höchste Zeit endlich zu beginnen, dass jeweils Beste aus Kulturen, Religionen, Ideologien, Traditionen usw. auszusortieren (und das Unbrauchbare und Schlechtere ins Museum oder ins Historien-Theater zu stecken) und das Beste zu einer selbstbestimmten und selbst gewählten Wirklichkeit zu verknüpfen. (Und nicht mehr das zu leben, was uns die Vergangenheit aufzwingt.) Thomas Morus: "Tradition ist nicht das Halten der Asche, sondern das Weitergeben der Flamme.“ Als ein Beispiel möchte ich die fröhlich und entspannte Art anführen, wie einige Kulturen (vom Südsee – Polynesier bis zum afrikanischen Buschmann) jeden Abend gemeinsam in der Gruppe feiern, mit Feuer, Musik, Tanz, Gesang, gemeinsamen Essen und Spiel. Wir rotten Kulturen aus ohne manche Vorteile zu verstehen und übrig bleibt in allem: unser westliches Monopol, das zunehmend im Singledasein und anonymen Wohnblocks oder hinter hohen Mauern endet. Schweigsam vorm Fernseher und oftmals Entfremdung von U-Bahn bis Disco. Auch die zunehmend zerfallende Familie ist nur noch morbides Bollwerk gegen Fremdheit und Oberflächlichkeit. Müssen wir uns wundern, wenn die Jugend aggressiv wird, wenn unsere Gesellschaft sie (außer als Konsumenten: Kaufen statt Liebe) ignoriert und ihnen Müll anstatt Moral hinterlässt?

Der Generationsvertrag bedeutet nicht nur, dass die Jugend der älteren Generation die Renten zahlt, sondern auch, dass sie verlangen kann, ein intaktes Erbe zu übernehmen. Der Gesellschaftsvertrag heute heißt: jeder gegen den Rest der Welt! Es wird Zeit, dass endlich der Weltatlas der Dummheit über unsere Zivilstation geschrieben wird (vermutlich halb so groß wie Wikipedia), dann müsste man nicht immer wieder einzeln und in Teilbereichen (wie z. B. der AI-Jahresbericht (1)) das auflisten, was ein zusammengehörendes globales Krebsgeflecht bildet. Hierzu gehört, dass niemand aufschreit, oder einen globalen Ideenwettbewerb nach Lösungen ausschreibt! (Wobei die Auswertung nach der „Brainstorming“ Kreativitätstechnik erfolgen sollte. Das heißt, mit Achtsamkeit und Behutsamkeit, da die wirklich neuen schöpferischen Ideen anfangs immer abwegig, unrealisierbar und verunsichernd wirken, denn tief in uns ist ein instinktiver Widerstand gegen wirklich Neues.) Ein Weltatlas der Weisheit (1) wäre heute wünschenswert, ein länderübergreifendes "Zukunftsministerium oder Friedensministerium", das personell mindestens so gut besetz ist wie alle heutigen Geheimdienste, wäre äußerst sinnvoll. (Hiermit wissen wir gleich, mit welcher Sortier- und Organisierungsarbeit wir die globalen Geheimdienste beauftragen könnten, damit sie nicht Angst haben müssen, in einer besseren und transparenten Welt arbeitslos zu werden und dieses Vorhaben deshalb torpedieren. Es darf nicht mehr um eine Ideologie der Schuld und Bestrafung gehen, bei der es Verlierer gibt. Es geht um Umwandlung.)

Ein globaler Ideenwettbewerb nach Lösungen fehlt! Ein jährliches "Casting" der neuen, friedlichen Zukunftsvisionen, gemeinsam getragen von den größten TV Medien weltweit und von YouTube, wäre heute dringend nötig! Die gewinnenden Konzepte bekommen dann die nötigen Finanzmittel von der Weltgemeinschaft und werden im Modell realisiert.

Nobelpreisträger, Worldwatch Institute, SIPRI, UNO, Club of Rome usw. warnen bei fehlender Umkehr vor der ökologischen Apokalypse, wobei es einen „Unumkehrbarkeitspunkt“ (1) geben kann, da globale Prozesse oft sehr träge sind. Eckdaten dazu sind der Regenwaldabbau, die Meeresverschmutzung und die Bevölkerungsexplosion, einschließlich der breit anhaltenden Energiepolitik mit fossilen Energieträgern. Dies beschleunigt die Umweltzerstörung exponentiell. Das sind Dimensionen der Realität, die alle Illusionen und Lippenbekenntnisse bei Klimagipfeln, (das sind Urlaubsfahrten des globalen Polittheaters, mit Redebeiträgen wie bei einer einer Dichterlesung) geradezu lächerlich erscheinen lassen.

Die Menschheit spielt ein gnadenloses Monopolyspiel das den Globus in voneinander abgrenzte Parzellen zerstückelt hat. Dieses Weltbild, das seine Basis in den Köpfen unserer Urgroßväter hat, steht im krassen Gegensatz zum neuen Bild der Erde, das uns von der Raumfahrt und unseren Satelliten übermittelt wird. Wir sind heute die erste Generation, die den blauen Planet als Ganzes sehen kann. Viele Astronauten äußern sich ähnlich wie Charlie Golden in den Schlussworten des NASA-Films – "Mit der Kamera im All": „ Aus dem All scheint dieser Planet immer noch keine Trennungslinien zwischen Menschen und Nationen zu kenne. Man nimmt keine Länder und Grenzen wahr, sondern nur Kontinente und Ozeane. Die eine, wunderschöne Erde. Wir Menschen müssen diese idealistischen Gedanken und utopischen Träume träumen, sonst kommen wir nie zu diesem Ziel.“

Unsere Wünsche sollten Realität werden! Wir spielen bisher Nullsummenspiele (d. h. der eine gewinnt das, was der andere verliert – ist das nicht bekloppt?), die durch die Kollateralschäden immer mehr zu Lose-Lose Spielen werden. Zunehmend verlieren wir alle. Wir spielen gegen- statt miteinander. Der Raubtier-Egoismus ist der wichtigste Nenner, auf dem unsere heutige Weltordnung aufgebaut ist. Viele der von uns erschaffenen Megasysteme und neue Techniken drohen auf dieser Basis unserem Einfluss zu entgleiten und unterstehen nur noch ihrer eigenen Logik und Logistik. Der klassische Fall des Faustschen Pakts mit dem Teufel. Wer bitte hat hier wen in der Hand?

Beispiel Börse: hier zeigt sich, dass Raffgier, unberechenbare Euphorie und hysterische Panik dazu imstande sind unsere Wirtschaft fundamental und letztlich unlenkbar zu beeinflussen. Die gebündelte Gewinnsucht der globalen Spekulanten ist dazu imstande, ganze Währungen und Länder ins Chaos und Armut stürzen. Die Lehrer der „sich selbst erfüllenden Prophezeiungen“ hätten ihre Freude daran, sich diesem Gebiet der globalen Geldmacht zu widmen.

Auch hier wie in anderen Gebieten, nicht nur in der Wirtschaft (die Demokratie endet stets am Firmentor) spielen Leute mit, die teils sehr genau wissen, dass das Spiel oft auch zum eigenen Schaden ist, die nur deshalb mitmachen, weil sie wissen, dass es sich nicht aufhalten lässt. Das kollektive Verhalten ist oft auch heute noch genau so schwer zu steuern, wie die Panik einer Rinderherde (Stampede) im Wilden Westen. Bei diesem „Lemminge-Verhalten“, das man z. B. auch bei Kriegen ausnutzt, zeigt sich besonders deutlich, was bislang für unser ganzes Zivilisationsmodell symptomatisch ist. Je größer die Masse, desto geringer die Intelligenz des Gesamtwesens und die Verantwortung des Einzelnen. Dieses Phänomen tritt auch bei unterlassener Hilfeleistung auf. Es betrifft die Menschenmenge bezüglich des Obdachlosen genauso, wie die ganze Welt bezüglich des geplanten Öko-Selbstmordes oder den vielen scheinbar unlösbaren Kriegen weltweit. Zu sehen, dass alle nichts tun, paralysiert den Einzelnen fast hypnotisch. Das Schweigen der "Lämmer". Die kollektive Vernetzung von Vernunft, Solidarität, dem Willen zur Veränderung oder gar ungelogener Liebe (1) ist das, was am meisten fehlt. All dies ist im Einzelnen isoliert. Deshalb sind die neuen elektronischen Vernetzungsmöglichkeiten so wichtig.

"Fünfhundert Oligarchen(1) verfügen über zwei Drittel des weltweiten Vermögens"
Georg Schramm (1)  (2)

Mathematisch ausgedrückt tendiert unsere Weltordnung zum kleinsten gemeinsamen Nenner, anstatt zum größten gemeinsamen Vielfachen. Das muss sich umkehren und kehrt sich im Internet bereits um. Die Zeiten sind vorbei, dass es den einen nicht betrifft, was der andere macht. Grenzen zwischen den Ländern passen (seit Atomwaffen und Umweltzerstörung) nicht mehr zur heutigen und kommenden Zeit.
Genau genommen gibt es heute keine Außenpolitik mehr, sondern nur noch Weltinnenpolitik. Ökologische Krise, wirtschaftliche Vernetzung, wissenschaftliche Vernetzung, Weltsprache Englisch, Tourismus, Transport-, TV- und Kommunikationsverbindungen und die zunehmenden Armutsflüchtigen machen mehr und mehr diese Realität deutlich: Wir sind eine globale Schicksalsgemeinschaft und sitzen alle in einem Boot - Raumschiff Erde. Niemand kann sich dauerhaft abschotten. Auch Deutschland lässt sich nicht überdachen und Wohlstand lässt sich nur beständig bewahren, wenn weltweit der Grund wegfällt, warum Menschen kriminell oder zu Terroristen werden, die Umwelt verheizen oder aus ihrer Heimat fliehen.

Der Schweizer Sonderberichterstatter der UN-Menschenrechtskommission und Soziologe Jean Ziegler (1) schreibt in seinen provokanten (1) (2) (3) (4) Büchern, dass der vermeidbare, jährliche Hungertod (1) von mehreren zehn Millionen Menschen der Skandal unseres Jahrhunderts ist. Die öffentliche Meinung begegnet dieser Massenvernichtung menschlichen Lebens, dem Massenmord durch Unterlassung (1) bisher mit Schweigen und Gleichgültigkeit. Jean Ziegler liefert mit der Kraft des Wortes (1) "Informationswaffen" gegen die "Weltdiktatur der Finanzoligarchien", die "kannibalische Weltordnung des Bankenbanditismus" und die strukturelle Gewalt des Geldes. Er möchte damit die Gegenmacht einer "globalen Zivilgesellschaft" ins Rollen bringen.        

Der 3. Weltkrieg ist der Verteilungskrieg zwischen Arm und Reich

Wer arm oder unglücklich ist und sieht, dass er von denen, die in Fülle haben nichts abbekommt, wer sich ungerecht behandelt fühlt, der fühlt blanken Hass. Man muss wohl Schauspieler sein und sich in den anderen hinein versetzen, um das wirklich zu begreifen. Dieses simple biologische Phänomen lässt sich alleine durch Gesetze (Justitias Augenbinde verkörpert hier ein makabres Symbol) nicht aushebeln. Nur derjenige, der nicht geliebt wird, oder mit Hass infiziert wird, hasst! Dieser Hass findet stets einen Weg (oft unbewusst) sich zerstörerisch auszudrücken und damit auch den Glücklichen ihr Glück zu zerstören. Das Problem des Terrorismus ist militärisch nicht lösbar! In den letzten Jahren wird deutlich, das sogar die Idee der EU als eine der größten zivilisatorischen Errungenschaften der Neuzeit zu schlecht organisiert war. Ein Scheitern könnte im schlimmsten Fall sogar wieder zu Krieg führen. So viele Bürgerkriege wie seit 2008 gab es übrigens global noch nie.

Deshalb gibt es nur einen Weg zu verhindern, dass uns dieser Mechanismus in den (heutzutage globalen) Abgrund mitzieht und das ist: Den Armen oder Unglücklichen real zu helfen! Der frühere US-Vizepräsident Al Gore hat in seinem Buch „Wege zum Gleichgewicht“ dazu einen Marshallplan für den Planeten gefordert. Diese Idee wäre sehr gut. Jedoch nur Hilfe mit ganzem Herzen bringt etwas. Dies ist aber unmöglich ohne einen Paradigmawechsel. Abgestürzte Länder wirksam aufzubauen ist unlogisch, solange Egoismus der zählende Faktor ist, da man sonst damit nur den späteren Konkurrenten fördert.

Durch das Spiel der gegeneinander gerichteten Kräfte kommt auch die UNO nicht voran, denn Vereinigung auf Basis von Egoismus und Nationalität ist ein Widerspruch in sich. Es gleicht dem Bau eines Gerüsts (aus Gesetzen und Verträgen), das Magnetkugeln die sich abstoßen, mit Gewalt zusammengepresst. Bei der geringsten Schwäche des Gerüsts fliegen diese wieder auseinander. Was zwischen den Nationen gilt, gilt auch für die Ordnung zwischen Menschen generell. Um bei diesem Bild zu bleiben: Die einzige elegante und dauerhafte Lösung wäre im Zentrum dieser „Magneten“ Plus/Minus umzupolen, dann würden sie sich von selbst und ohne Zwang vereinigen.

Die heutigen elementaren Grundregeln unserer Gesellschaft (Geld, Egoismus und Egozentrik) sind grundfalsch und absurd, nur die Lippenbekenntnisse klingen gut. Wir sind verdammte Lügner! (Sorry) So lange wir, durch unser verheerendes Sozialprogramm, generell den Feind und nicht den Freund im Mitmenschen sehen, solange bleibt dieses Sisyphusspiel unlösbar.

Was ist ein Paradigmawechsel?

Der wohl bekannteste Paradigmawechsel ist etwa 450 Jahre alt. Galilei, Kepler und Kopernikus vertraten damals die schockierende und ketzerische Auffassung, dass der Mittelpunkt der Erde nicht der Mittelpunkt des Universums ist, dass die Erde eine Kugel ist, nicht eine Scheibe, die um die Sonne kreist und damit nicht die Sonne um die Erde. Dieser Übergang vom erdzentrischen zum sonnenzentrischen Weltbild stieß damals die Türe zu neuen Weltbildern auf. Die Erde flog plötzlich frei durch den Himmel, genauso wie die Gedanken, die Jahrtausende lang auf engen Bögen um immer das gleiche Zentrum gekreist waren. Was nie bezweifelt wurde, wurde plötzlich bezweifelt. Die Realität ist nicht immer so, wie sie uns erscheint! Das ist ein qualitativer Erkenntnissprung, den Kopernikus bewiesen hat.

Der Paradigmawechsel, der heutzutage auf der historischen Tagesordnung steht, der wenig zu tun hat mit den zahnlosen Appellen zum Umdenken, betrifft auch diesmal wieder das Allerheiligste. Das Zentrum und der Grundstein unserer Weltordnung ist das erlernte Bild, das jeder von sich selbst, von seinem Ich und sozialen Ego hat. Der Philosoph Thomas Metzinger nennt dies "das mentale Selbstmodell". Dazu gehören die Eigenschaften Egoismus und Egozentrik, die sich immer wieder als Quelle und Ursache von Gewalt, Angst, Lüge usw. und als Hemmnis von Verständigung und Einigkeit erwiesen haben.

Würde es grundlegend um den Ernst der Sache und nicht um den Ernst der Standpunkte gehen, wären alle Probleme schnellstmöglich lösbar. Hier am Zentrum müssen wir also ganz genau hinschauen und wissenschaftlich hinterfragen auf wie festem Boden dieses Selbstbild eigentlich steht. Dabei sehen wir, dass die Definition unseres Ichs ähnlich unscharf ist, wie die Definition fester Materie in der Quantenphysik. (Manche Beschreibungen von Elementarteilchenforschern und Buddhisten ähneln sich frappierend.)

Wie oft im Leben wundern wir uns über uns selbst, scheinen uns selbst nicht zu kennen und verstehen? Wir haben eine mittelalterliche „Landkarte“ von uns selbst, die hinten und vorne nicht stimmt! Wir orientieren uns sozusagen in Berlin mit einem Stadtplan von München.

Die statische und staatliche ICH Definition unserer Gesellschaft ist eine Lüge, ein Plazebo, ein mittelalterliches Dogma! Es ist nur eine von vielen möglichen sozialen Konstruktionen. Wir sind was wir tun und damit sind wir ein fließendes und dynamisches Spiegelbild unserer Erlebnisse und nicht nur ein einziges festes Selbstbild!

Wir Menschen sind ein Spiegel und kein Gemälde! Wir sind das Meer und nicht der Eimer!

Es ist zu ungenau und es löst das Rätsel nicht, sich vor den Spiegel zu stellen und auf die Frage: „Wer bin ich“ unseren angelernten Lebenslauf herunterzurattern, wie es uns unsere Gesellschaft beibringt. Plappern wir nicht nur nach, was uns seit der Kindheit eingeredet wurde? Auf gleiche Weise wie unsere Eltern und deren Eltern usw. Die Wurzeln verschwimmen in archaischer Vorzeit. Ist unser Selbstbild Einbildung? Illusion? Teilwahrheit? Sich selbsterfüllende Prophezeiung? Nur eine von tausend Möglichkeiten? Sind wir wirklich nur unsere Erinnerung? Identität als mechanischer Speicherinhalt eines Gehirn-Computers?  Charakter und Persönlichkeit eines Menschen werden geformt durch die Lebenserfahrung. Er ist also durch Umstände und Erlebnisse formbar und veränderbar, hier kann die Friedensforschung 2.0 ansetzen! (1) . Das Buch des Hirnforschers und Neuroethikers Thomas Metzinger: "Der Ego Tunnel" (1) und das Buch des Philosophen Richard David Precht: " Wer bin ich - und wenn ja, wie viele" (1)  sprechen diese Thematik an.

Sehr interessant ist, dass wir meist die Möglichkeiten nutzen, diesem primitiv maschinellen Selbstbild, den eigenen Besitz aufzulisten und sich dann im Vergleich und über die Rangliste zu definieren. Allerdings steht in diesem Nullsummenspiel immer nur einer ganz oben. Unser lächerliches System produziert deshalb jede Menge Verlierer, die dann oft genug in den Suff, Kriminalität, oder Krankheit flüchten, aber auch in die Kreativität, in Spiel und Kunst. Der Mensch scheint am glücklichsten, wenn er bei Spiel oder Kunst sein Ego-Ich vergisst und ganz bei dem ist, was er tut. Ganz in der Gegenwart und wie eine Kind, ohne Subjekt/Objekt Trennung. Stellen wir nicht immer wieder grundverschiedene Ichs aneinander fest? Ist man nicht oft ein Anderer in der Arbeit als in der Familie? Der eiskalte Mafiaboss z. B. spielt privat teils eine gegensätzliche Rolle als zärtlicher Ehemann. Spielen wir nicht alle je nach Kulisse oft fundamental verschiedene Charaktere und reden uns nur ein, immer der Gleiche zu sein?

Wer aus welchem Grund auch immer, für längere Zeit aus dem Rhythmus und dem Kreislauf der gewohnten Wirklichkeit herausfällt (Wechsel der Stadt und Verlust des Freundeskreises, aus Jobgründen, Scheidung, Unfall, Krieg, usw.) macht die Erfahrung, dass das Selbstbild abhängig von seinen Außenbeziehungen und deren Resonanz ist. Die sozialen Beziehungen bzw. das was man tut, definieren uns. Das Ich gleicht, wird man völlig abgeschnitten vom Äußeren (z.B. Einzelhaft), einem Abgrund einem schwarzen Loch, einem Nichts. Mit anderen Worten dieses Ego-Ich als unabhängiges, für sich selbst stehendes und greifbares Zentrum existiert überhaupt nicht. Hier liegt die Angst vorm totalen Alleinsein begründet. Zitat aus der ZDF-Sendung "Kontext – Ostdeutsche zwischen Resignation und Neuanfang": „Als die DDR damals zusammenbrach, war es so, als wäre ich gar nicht ich, so als würde ich neben mir stehen und mich von dort beobachten. So als ob es mich genauso wie die DDR plötzlich nicht mehr gäbe. Dieses Gefühl war so seltsam und ging so tief, dass ich es nicht genau beschreiben kann, weil es keine Worte dafür gibt.“

Der Schauspieler Dustin Hoffmann in einem TV-Interview der Sendung VIP-Schaukel: ...“Ich glaube, es ist nicht nur der Sprung in ein X-beliebiges Ich oder Ego. Es ist der Mut, mit dem man sich dazu bekennt, mehr als nur ein Ich zu besitzen. Zuzugeben, dass man tatsächlich viele verschiedene Ichs in sich hat und nicht nur ein einziges. Ich meine, wenn ich sagen sollte: wer bin ich, oder was ist mein Ich, dann empfinde ich mich eher als Vielheit denn als Einheit. (...) Wenn wir wirklich gründlich in uns hineinschauen, wird uns klar, dass wir nicht nur eine Farbe haben, nicht nur eine Person sind, dass wir real Hitler und Jesus usw. in uns haben. Ich fühle, „dass das in jedem steckt. Ich bin diese Person, wir alle sind diese Person!“
Dustin Hoffmann hat in Filmen wie „Rain Man“, „Tod eines Handlungsreisenden“ usw. eindrucksvoll bewiesen, was damit gemein ist. Er spielte in diesen Filmen nicht nur eine Rolle. Er war die Rolle, „bzw. die Rolle spielte sozusagen ihn während der Aufführung“. Viele Künstler faszinieren und durch diese Hingabe an die Kunst.

Man kann sagen, dass die Magie der Kunst erst dort beginnt, wo das statische Ich verschwindet. Das Echte und Beseelte beginnt dort, wo das Maschinelle und die fixe soziale Rolle endet.

Noch „unschuldige“ und seelisch gesunde Kinder, die von unserer gewalttätigen Kultur noch nicht "infiziert", "induziert" oder "gehirngewaschen" wurden, sind ein unübersehbares Beispiel, dass die Fehlfunktion der Erwachsenenwelt entlarvt. Im Kampf zwischen Erwachsenen- und Kinderwirklichkeit siegt jedoch stets der stärkere Erwachsene. In den Bereichen Gefühl, Herz, Lebendigkeit, Fantasie und Intuition sind Kinder eine Instanz, die wir ernst nehmen, nicht bevormunden und von der wir Erwachsenen lernen sollten. Wir Erwachsenen werden von der Erziehung und vielen lebendigkeitsfeindlichen Regeln der Gesellschaft oft förmlich psychisch kaputtgemacht. Die Psychologie hat vor einiger Zeit den Begriff des „Inneren Kindes“ (im Erwachsenen) eingeführt. Damit haben wir eine Definition in Händen für einen Teil in uns allen, der bislang isoliert und oft machtlos im Einzelnen steckt. Dieser Teil im Erwachsenen (im Seelenkäfig steckend wie es der Sänger Sting formuliert), der bisher nur zufällig und viel zu selten zu seinesgleichen Kontakt bekommt, (z.B. wenn man sich verliebt) sollte gemeinsam organisiert werden und (zusammen mit dem Wissen um diese gewaltigen Defekte unseres Gemeinwesens) dort an die Macht, wo heute Egoismus, Egozentrik und der Geldschein sitzt.

Es gibt übrigens Länder, in denen es die kindliche Trotzphase nicht gibt und in denen die Verhaltensnormen zwischen Kind und Erwachsenen nicht so weit auseinanderliegen wie in Deutschland. Es gibt sogar Länder, in denen es unsere emotionale Spaltung zwischen Kind und Erwachsenen überhaupt nicht gibt. All dies führt dazu, dass das gefühlte Glück in einem so wohlhabenden Land wie Deutschland nicht höher ist, als in manch armen Ländern. Wir mögen zwar gute Ingenieure sein, aber wir sind mangelhafte Regisseure unseres Lebensglücks. Wir sollten hier dringend nachbessern! Gäbe es das Thema Lebensglück und Lebenssinn in unserer Schule, dann würde es hier reihenweise die Note 6 hageln, Begründung: Themaverfehlung, und zwar in Bezug auf das, worum es im Leben wirklich geht. Der Unterschied, ob man Sklave ist, dem, wie Goethe schon bemerkte, eingeimpft wurde, sich während der Unterdrückung und Fremdsteuerung frei zu fühlen, weil er dann nicht aufbegehrt, wenn er den Unterdrückungsmechanismus durch die richtige Gehirnwäsche nicht wahrnimmt. Diese Gehirnwäsche muss schon als Kind einsetzen, da das Kind dann ohne Zweifel dem Erwachsenen vertraut und alles glaubt, egal wie absurd es ist. Wenn das als Kind oft genug wiederholt wird, dann übernimmt auch der spätere Erwachsene diese Information meist ohne weitere Prüfung als Wahrheit.

Das ist ein historischer Staffellauf der Lüge und der Gewaltkultur. Eine Tradition des Verrats an der eigenen inneren Wahrnehmung und an den eigenen Kindern, zugunsten einer Ideologie der "historischen Steinköpfe", (die früher mal im Zusammenhang mit der damaligen Zeit, im Recht gewesen sein mögen mit dieser "Frühzeit-Ideologie"). Dieser geistige Staffellauf einer gewalttätigen Ideologie hat sich durch Erziehung von der Vergangenheit bis in die Gegenwart übertragen. Es handelt sich hier heute um einen Verrat an den eigenen Kindern und ihrer Zukunft, der sich ebenfalls an unserer heutigen ungeheuerlich hohen Schuldenpolitik und der Umweltzerstörung zeigt.

Wem glaubt ihr mehr, möchte man hier fragen, euren Urgrossvätern oder euren Kindern?

Es soll allerdings keinesfalls um einen Aufruf zur Bestrafung von alten Menschen gehen, denn das würde ja bedeuten die Gewaltkultur fortzuführen und nur, wie bisher den Unterdrücker zu wechseln. Es soll um Aufklärung gehen und um den Machtverlust der Gewalt durch Gesichtsverlust und den Verlust ihrer Ernsthaftigkeit und Ehre. Der Gewalt fehlt es heute an Sinn, an Nutzen und vor allem an Argumenten für die Zukunft.

Im Übrigen sind Tiere ein schönes Beispiel, von dem wir etwas lernen können und zeigen, was wir Menschen durch die immer noch weitgehende Übernahme der "Kultur unserer gewalttätigen Urgroßväter" in manchen Bereichen falsch machen. Tiere, z. B. Katzen genießen den Moment, bewegen sich harmonisch und natürlich, kennen keine Lüge, Verstellung, Selbstunterdrückung und Verspanntheit, wie wir Menschen. Deshalb sind Kinder oft so fasziniert von "der Kultur der Tiere" und ihrer natürlichen Harmonie.

Unsere Art von Egoismus, Geldanbetung, Gewaltsteuerung und Egozentrik passt nicht mehr zur Zukunft. Diese Wertegemeinschaft mit ihrer Wahrheitsillusion ist nur eine Möglichkeit von vielen und damit auch nur eine Placebo-Glaubens-Wahrheit, eine „sich selbst erfüllende Prophezeiung“. Nur existent, weil wir kollektiv glauben, dass es nur so ist und dies uns dauern gegenseitig bestätigen. Beweisbar allein durch die Menge der Leute, die denselben Fehler begehen, nicht durch eine Qualität der Vernunft. Ist es Blasphemie zu behaupten Millionen oder gar Milliarden Menschen könnten sich irren? Darf das Kind sagen, dass der Kaiser nackt ist? Es geht um Erkenntnis, Wissenschaft und Aufklärung.

"Was ist mein Traum? Die Musik, das Theater, die Poesie – kurz: die Kunst – transportieren die Menschen jenseits ihrer selbst. Die Kunst hat Waffen, welche der analytische Verstand nicht besitzt: Sie wühlt den Zuhörer, Zuschauer auf, durchdringt auch die dickste Betondecke des Egoismus und der Entfremdung und der Entfernung. Sie trifft den Menschen in seinem Innersten, bewegt in ihm ungeahnte Emotionen. Und plötzlich bricht die Defensivmauer seiner Selbstgerechtigkeit zusammen. Der neoliberale Profitwahn zerfällt in Staub und Asche."
Jean Ziegler (1)

Das antike und traditionelle, auf einem Egozentrum basierende Selbstbild als Orientierungszentrum und Weltbildmonopol ist auf Dauer zur unhaltbaren und morbiden Bastion geworden, ähnlich wie das erdzentrische Weltbild zur Zeit Galileis und Kopernikus. Ist es nicht logisch aus dieser Erkenntnis eine auf wissenschaftlicher Basis stehende Relativitätstheorie der (Einzel- und Welt-) Psyche zu formulieren, die heute ein genauso großer Skandal sein könnte, wie diese unglaubliche Behauptung eines Galileis damals: Selbstbild und Weltbild ist Relativ! - Die Wirklichkeit ist relativ! - Daraus folgt: Wir alle sind Schauspieler - Die Welt ist ein WeltTheater

Den meisten Leuten ist dies nicht bewusst. Diese Erkenntnis beinhaltet so viele Folgerungen und Konsequenzen, dass sich das Kaleidoskop unserer Wirklichkeit plötzlich zu einem ganz anderen Bild zusammensetzt. Das heißt: Selbst Bundestag, unsere Herrscher, der Geldschein, der Papst, die „Medienwahrheit“ usw. ist ein konstruiertes gemeinsames Schauspiel. Und das ist es nur, solange wir das ernst nehmen und nicht kollektiv zu lachen anfangen...

Folgendes aus dem Buch „Anleitung zum Unglücklichsein“ von Paul Watzlawick: Das Leben als Spiel:
„ Vom amerikanischen Psychologen Alan Watts stammt die Feststellung, das Leben sei ein Spiel, dessen Spielregel Nr. 1 lautet: Das ist kein Spiel, das ist todernst. Und der Autor Laing hatte Ähnliches im Sinne, als er in seinem Buch „Knoten“ schrieb: „Sie spielen ein Spiel. Sie spielen damit, kein Spiel zu spielen. Zeige ich ihnen, dass sie spielen, dann breche ich die Regeln und sie werden mich bestrafen.“ (Genau derselbe Ernst bezüglich der gespielten Rolle lässt übrigens auch auf der Theaterbühne die gespielte Figur real werden. Der Ernst ist die Technik der Schauspieler.)
Folgendes aus dem Buch „Wir alle spielen Theater“ des Soziologen Erving Goffman:
„ Wie, wenn die Verräter und Denunzianten sich häufen? Wie, wenn mehr und mehr Darsteller verraten, was sich hinter der Bühne (Kulisse, Rolle, Maske) abspielt, wenn sich immer mehr damit anstecken. Wie, wenn das passive Publikum mitzuspielen beginnt.“ ...und sich organisiert, dann ja dann, bricht das ganze schöne Spiel zusammen“ (wie 1989 das kommunistische).
Im Kinofilm „The purple rose of cairo“ verlässt in einer Kinoaufführung ein Schauspieler des Films (im Film) die Handlung dieses Films, steigt aus der Leinwand
(1) und verlässt mit einer Frau aus dem Kinopublikum (Mia Farrow) das Kino in die Freiheit. Ähnliches passiert im Buch „Die Unendliche Geschichte“ von Erich Ende und in „Der Steppenwolf“ von Hermann Hesse. Im Film „Matrix“ (1) und „Die Truman Show“ wird dieses Thema ebenfalls angesprochen.

Das, was heute real erforderlich wäre, hat die gleiche Qualität. Nur dass es sich diesmal um unsere geschichtlich zusammengeschusterte Wirklichkeit selbst handelt (welch Affront). Es geht darum unseren Vergangenheitsfixierten „Film“ zu verlassen (dessen Automatismus und Kausalitätskreis (1) samt Ursache/Wirkungs-Rückkopplung) und uns als Spieler und nicht als Rolle zu erkennen und identifizieren. Ein Schauspieler kann seine Rolle ändern und aussuchen. Eine Rolle kann das nicht. Das heißt, wenn man sein Ich als Ego (Rolle) definiert, dann hängt man fest. Dazu können wir nur sagen: "Ego go!" und "Go Ego!" Werde zum Schauspieler! Seh Dich als fließendes Ich und dynamische Rolle (1), seh Dich als Meer und nicht als Eimer, seh Dich als Schöpfer, als Regisseur, als Discjockey der Rollen! Der Handlungsspielraum wäre, auf diese Art um eine Dimension erweitert. Vergleichbar auch dem Unterschied zwischen normalen REM-Traum und „luziden Traum/Klartraum“ (1) (das heißt, wenn man erschreckt plötzlich feststellt, sich in einem Traum zu befinden. Dieses Phänomen kennt jeder, zumindest kurz, vom Aufwachvorgang bei einem Albtraum).

Wenn die Identifizierung mit der eigenen historischen Ego-Rolle erfahrbar wegfällt, entsteht ein Aha-Erlebnis, (1) Schauspieler machen solche Erfahrungen. Ihnen wird aber erzählt, dass das eine Ich nur auf der Bühne gültig ist und das andere Ich nur außerhalb der Bühne und sie glauben an diese Wahrheit, zumindest solange sie sich nicht eingehender mit Philosophie beschäftigen (1) . Wenn ich mir also der Zufälligkeit bzw. der teilweisen Fremdgesteuertheit meiner Erinnerung und Erfahrungen bewusst werde, dann kann ich mich damit nicht mehr 1:1 identifizieren, ebenso wenig mit Eigenschaften wie zum Beispiel der Nationalität. Wer z. B. länger im Ausland lebt, der erkennt manchmal, dass selbst ein anderes Land einen Menschen sehr stark verändern kann. Ein neuer Liebespartner ebenfalls. Wer sozusagen verschiedene Mäntel besitzt und nicht nur das angewachsene Fell wie ein Tier, der identifiziert sich nicht mehr mit dem Mantel. Um diese Freiheit aber praktisch umzusetzen, dazu braucht es eine Gruppe, die das ebenso sieht. Das heißt, wir könnten sein wer wir wollen, wenn wir den Faden, der bisher den Schauspieler automatisch nach der Aufführung zu seinem Ego zurückbrachte, durchtrennen, indem wir ihn als Glaubensillusion und als Plazebo entlarven. Dies soll experimentell im "Projekt Realtheater" (1) nachgewiesen werden.

Es geht darum, die Vergangenheitskette zu durchtrennen und uns selbst eine virtuelle 2. Wirklichkeit zu konstruieren, die durch Ernstnahme und dauerhafte kollektive Resonanz zur realen Wirklichkeit wird. Es geht also nicht mehr darum, wer ich bin, es geht wie in der Kunst darum: "Wer wünsche ich zu sein?" Es geht also um Wunsch, Wille und Auswahlmöglichkeit. Wenn wir also in einer Gruppe mittels Schauspieltechnik eine von uns selbst gewählte Rolle kollektiv einüben, diese Rolle gemeinsam wiederholt leben, uns dabei gegenseitig durch Resonanz und Anerkennung als diese Rolle bestätigen, (siehe Collage mit einer Zeichnung von M. C. Escher: Hand zeichnet Hand) und mit anderen als diese Rolle interagieren, dann sind wir diese Rolle. So einfach ist es im Prinzip. Und zwar deshalb, weil unsere „echte“ Wirklichkeit nach demselben Prinzip funktioniert.

Bewusst eingesetzt mit Ernst und jener Art Glaube, den ein Schauspieler nutzt, führt dieser Mechanismus zu „Wirklichkeit a la carte“. Wir können jetzt als Erwachsene bewusst vollziehen und diesmal auswählen, was wir als Kind unbewusst schon einmal taten. Wir wählen eine Rolle bzw. das Spiel mit den Rollen, die uns zusagen. Das mentale Selbstmodell ist laut Thomas Metzinger eine Datenstruktur in unserem Gehirn, die von unseren Eltern und Lehrern und zufälligen Erlebnissen sozusagen programmiert wurde und die wir nun selbst programmieren können. Wir sind, was wir tun! Deshalb sind wir frei zu tun was wir wollen und wünschen.

Wenn wir uns miteinander absprechen, können wir gemeinsam über unseren Schatten springen. Es gibt nicht Haben, es gibt nur Sein (siehe das Buch des Sozialphilosophen Erich Fromm :„Haben oder Sein - Die seelischen Grundlagen einer neuen Gesellschaft“ (1)). Das Wesentliche hat keine feste Masse. Der Software/Hardware-Vergleich bietet sich an. Wir brauchen auf der Kommunikations- und Verhaltensebene künftig die Selbstbestimmung. Der Mensch nimmt das, was bisher Evolution und Vergangenheit mit ihm gemacht hat selbst in die Hand. Er wird zum Evolutionsingenieur und Sozialregisseur. Er beginnt sich selbst umzugestalten.

Was ist LARP und was sind Liverollenspieler, von denen es heute in Deutschland bereits etwa 100000 gibt? (LARP = Live Action Role Playing (1).)

Aus einem Interview (1) mit Uta Bodenstein, der Regisseurin des LARP Dokuspielfilmes von 2012 (1) "Die Herren der Spiele":
"Wie ist es denn eigentlich, wenn man jemand Anderes ist, wenn man zum Beispiel plötzlich Macht hat, oder wenn man besonders grausam ist, oder wenn man vielleicht besonders lieb ist, oder wenn man ganz besonders arm ist? Was macht das denn mit einem, wenn man das so intensiv spielt, das man das wirklich fühlen kann? Man hat ja nicht nur diese Klamotte an, sondern das ist ja Gehirnarbeit (...) kann ich da Dinge ausleben oder erleben, die ich in meinem normalen Leben nicht habe (...) ist das nicht total genial, ist das nicht eigentlich etwas ganz Tolles und führt das nicht vielleicht sogar zu einem ausgeglichenen und erfüllten Leben?“

ARTE TV brachte im Rahmen eines Themenabends „Doppelleben“ (auch über Spione wurde berichtet) schon 1993 den Dokumentarfilm „Die Ritter des Westens“. Der Film beschreibt die amerikanische „Society for Creative Anachronism“-SCA (weltweit 1993 ca. 30 000 Leute), die ihr Leben durch eine 2. Identität und Wirklichkeit erweitern und in ihrer freien Zeit (teils wochenlang in Burgen oder Zeltcamps) mit selbst gewählten (Adels-) Rollen (Namen, Kostümen usw.) die Kultur des Mittelalters leben. Sie leben dort die Seiten, Talente und Vorstellungen, die sie in der langweiligeren Realität nicht verwirklichen können. Sie spielen (wie Kinder) mit absolutem Ernst ihre virtuelle, selbst geschaffene Wirklichkeit (einen „Ritterfilm“) so perfekt, dass die Illusion zur Realität wird. Gerade weil die Rolle die eigene Kreation ist, relativiert sich die Egozentrik dieser Rolle: Die SCA Leute haben einen Weg gefunden einen Traum zu leben, anstatt das Leben passiv zu verträumen. Sie brüskieren die Realität, indem sie Aggressionen (z. B. Ritterkämpfe) nur ernsthaft spielen. Die Toten hier stehen wieder auf. Nachdem sie den Tag gekämpft haben, feiern sie die Nacht mit dem „Gegner“ ihre Wiedergeburt. Man kann das Böse nicht vollständiger entwaffnen, als ihm den Ernst zu nehmen und es auf für den Menschen unschädliche Art zu integrieren; anstatt es auszuschließen, zu fürchten und bekämpfen! Auf diese Weise zeigt sich auch, dass eine friedliche Welt keinesfalls langweiliger wäre. Sie wäre nur ungleich intelligenter. Wie im Theater, wo es selbstverständlich ist, niemand ernsthaft zu verletzen, könnte alles ausgelebt werden. (Für das Projekt RealTheater (1) wollen wir durch die Verbindung von LARP mit der Technik des Schauspielunterrichts Live Rollenspiel auf eine höhere Qualitätsstufe bringen, sodass die Qualität des "Seins" statt nur des "Spielens" zum Normalfall während des realitätsnahen Spiels wird.) Auf der Krone eines Königs der SCA ist der Satz eingraviert: „Du bist, was sie glauben!“

Wir sind, was wir und unser soziales Umfeld von uns selbst glauben zu sein!  Was ist das eigentlich: Glauben?

Hat soziale Realität etwas mit dem Placebo Effekt (1) zu tun? Als Beispiel folgende Zeitungsmeldung zum Placebo Effekt:
Los Angeles (AP - 2.7.93): Der Glaube kann nicht nur Berge versetzen, sondern offenbar auch Krankheiten heilen. Der bei Ärzten seit Langem bekannte Placebo Effekt – die erfolgreiche Behandlung mit wirkungslosen Medikamenten – wurde in einer medizinischen Studie, die in der Fachzeitschrift Clinical Psycholoy Review erschien, zweifelsfrei bestätigt. Den Ergebnissen zufolge fühlten
sich 70 Prozent von knapp 7000 Patienten nach einer Behandlung mit Placebos von ihrer Krankheit geheilt. „Selbst wenn die Behandlung keine Wirkung erzielt, haben zahlreiche Menschen real den Eindruck, ihnen werde geholfen, wenn nur Arzt und Patient an die Effektivität der Therapie glauben“, erläutert der Hauptverfasser der Studie, Alan Roberts, den Placebo-Mechanismus. (Placebos sind Scheinmedikamente, in denen kein Wirkstoff ist, was im sogenannten Doppelblindversuch dieser Zeitungsmeldung Arzt und Patienten nicht wussten. Alle glaubten, echte Medikamente vor sich zu haben).

Glaube ist das „Gleichgewichts-“ und Orientierungsorgan des Denkens, das etwas als wahr und echt bewertet oder erwartet, ernst nimmt, und damit zur Realität macht. Die meisten Menschen wissen nicht, dass innerhalb eines Schauspielunterrichts das Phänomen des Glaubens thematisiert und eingeübt wird, und dort bereits frei und klar benutzbar ist. Wenn wir hier die interdisziplinäre Mauer überschreiten und dies auch außerhalb eines Schauspielunterrichts anwenden, dann eröffnet sich eine Dimension des realen Erlebens, die man wie in Herrmann Hesses Buch "Der Steppenwolf" das "Magische Theater" nennen könnte. Durch die Neurowissenschaften ist dieser Prozess heute aber klar verstehbar und hat nichts mit Hokuspokus zu tun. Im Schauspielunterricht wird durch die gemeinsame Anwendung, willentlich an etwas zu glauben, das Geglaubte real, weil die Spieler die inneren Projektionen ihrer Gehirne synchronisieren.

Als Kinder kannten wir dieses Phänomen, eine Fantasierrealität intensiv zu fühlen, fast alle. (Ein Identitätswechsel ist damit z. B. eine der leichteren Übungen.) Außerordentliches ist möglich, wenn wir den Glauben als „Kraftstrahl der WahrNehmung" selbstbestimmt verwenden. Glauben, als aktives Tun und mit "heiligem Ernst" (wie es die Theaterpädagogik beherrscht), verändert die Realität der teilnehmenden Gruppe und lässt das wirklich werden, was geglaubt wird. Glaube, auf diese Art verwendet, ist der "lenkbare Strahl" zwischen „Realität“ und Erfindung, der das "Schiff der gemeinsamen Realität" gemeinsam steuert. Wenn ein schauspielerisch geschultes Kollektiv dieses Phänomen miteinander synchron anwendet, dann sehen wir mit staunenden Augen, dass aus dem puren Willen heraus, unsere Fantasien real und lebendig werden. Jeder Schauspieler kennt dieses Phänomen, bei dem eine Szene "echt" wird.
Es geht darum, Erwachsene mit der Technik und Präzision der Erwachsenen, förmlich wieder zu Kindern werden zu lassen und damit die Vorteile der Erwachsenenwelt, mit den Vorteilen der Kinderwelt zu verknüpfen und die Nachteile aus beiden Welten gleichzeitig abzulegen und die Spaltung zu überwinden.

In unserer Gesellschaft ist übrigens nicht etwa der Pfarrer, sondern der professionelle Schauspieler der „Magier“, denn nur er beherrscht es frei zu glauben was er will und diesen Glauben frei zu modulieren, wie er will. Wir haben bisher weder das Spiel, das sich immer mehr als Grundprinzip des Universums herausstellt, wie jedes Kind weiß, noch die Relativität der Wirklichkeit (wie das z. B. die Kommunikationsforschung/Radikaler Konstruktivismus (1) beschreibt) wichtig genommen.

Es gibt Kräfte, die wir schon beherrschen, die wir nur deshalb nicht auf andere passende Bereiche übertragen, weil unserer Gesellschaft nicht bewusst ist, welche Perlen da zwischen den Kartoffeln in unserer Hand sind!

Seit Ende des Kalten Krieges fehlt eine Zukunftsvision, wie es global weitergeht. Das "Goldene Kalb" wurde zum einzigen Leitbild. Was noch verwirrender war, wir haben unseren jahrzehntelangen äußeren Feind verloren und damit eine Orientierung an ein Feindbild, samt einer damit verbundenen Selbstdefinition. Eine Fixierung des Bösen wurde als gegenseitige Projektion entlarvt. Wirft das nicht grundsätzlich Fragen auf? Projizieren wir das Böse nicht ständig in den Anderen und sooft wir es auch verurteilen, einsperren oder töten, bleibt es seltsamerweise doch am Leben. Erinnert das nicht wieder an Paradoxien und Missverständnis? Machen wir da nicht grundlegend etwas falsch? Ist nicht die Freund/Feind und Gut/Böse Definition insgesamt unscharf geworden und stellt sich als falsch heraus? Begehen wir nicht in unserer Definition des Bösen einen Kardinalfehler?

Heute versucht man, das für die Rüstungsindustrie überlebenswichtige Feindbild, durch den unklareren Begriff Terrorismus zu ersetzen. Wir haben zum Beispiel in Deutschland im Jahr meist keinen einzigen Toten durch Terrorismus (Amok durch Mitbürger aus der Mitte der Gesellschaft passiert öfters, solch ein Feindbild ist aber weniger nutzbar). Dagegen haben wir im Jahr etwa 5000 Tote durch Verkehrsunfälle, 10000 durch Suizid, 80000 durch Alkohol und 100000 durch Nikotin. Große fortdauernde Angst hat unser Volk aber nur vor Terrorismus, seit 2001 mit ständigen "Zwischenalarmen" durch ernst blickende Innenminister. Ist das nicht verrückt?

Es hat durchaus therapeutischen Sinn, in einen Sündenbock alles Böse imaginär hineinzuprojizieren, es zu personalisieren und dann verbal oder real auf diesen Fetisch draufzuschlagen. Durch diese antike Art der Teufelsaustreibung wäscht man sich auf Kosten anderer angeblich rein. Die Aufmerksamkeit auf einen äußeren Feind zu projizieren ist Plazebo und jahrtausendealte beruhigende Taktik davor abzulenken, dass der Feind („Der Fremde“, "das Böse") auch in einem selbst sitzt, (dort aber nicht materiell greifbar ist, weil das kein "Ding", sondern "transpersonale Software" und zum Teil Rolle, Gesetz und Verhaltensmuster ist). Es muss betont werden, dass seit Urzeiten und in allen geschichtlichen Epochen bis zum Fall des Eisernen Vorhangs 1989 immer ein brauchbarer äußerer Feind zur Verfügung stand. Mit diesem Feindbild wurde auch oft von inneren Problemen wirkungsvoll abgelenkt.

Der Autor Sam Keen hat in seinem Buch: „Gesichter des Bösen. Über die Entstehung von Feindbildern“ (1)  geschrieben: „Feindbilder sind austauschbar, man setzt nur den jeweiligen Namen ein. Der bedrohliche Feind entpuppt sich als Außenprojektion der Angst vor den eigenen unbekannten und unbeherrschbaren Seiten.“ Wir verwechseln oftmals Innen- und Außenwelt. Mit dem Bösen geht es uns wie mit der Liebe, wir fangen und ergreifen nur Hardware, jagen aber eigentlich Software. Ein absurdes und (mit Abstand betrachtet) erheiterndes Unternehmen, das nicht wirklich gelingen kann. (Schauspieler beherrschen den Umgang mit "mentaler Software")

Gäbe es den Teufel, er würde bei dem Waffenarsenal, das die Menschen gegen ihn aufgefahren haben, einen Lachkrampf bekommen. Es ist wie bei einer Szene, die ich einmal auf der Theaterbühne gesehen habe: Der Teufel sitzt lachend und amüsiert beobachtend mitten auf dem Wohnzimmertisch. Alle ignorieren ihn und setzen gleichzeitig voll Panik alles daran, die Türen zu verrammeln, um zu verhindern, dass er hereinkommt.

Die globale militärische Stärke beträgt laut globalfirepower.com (1) im Jahr 2011: ca. 17 Millionen Soldaten (ohne Reservisten), ca. 90 000 Panzer, ca. 70 000 Militärflugzeuge, ca. 20 000 Kampfhubschrauber, ca. 10 000 Kriegsschiffe, davon ca. 400 U-Boote und 22 Flugzeugträger. Die weltweiten Rüstungskosten betragen pro Tag ca. 3 Milliarden Euro. Was könnte eine Menschheit erreichen, die so einen massiven finanziellen, organisatorischen und geistigen Aufwand einsetzen würde, um der eigenen Spezies mit Zärtlichkeit, Aufklärung, Kunst und Schönheit zu begegnen, um die Not auf Terra abzuschaffen oder endlich wissenschaftlich zu erforschen, wie wir Menschen auf diesem Planeten heute ganz konkret von Fremden zu Liebenden (1) werden können?

Erst im heutigen Zeitalter ist durch unsere Medien klar erkennbar, dass Methoden, die sich Jahrtausende scheinbar bewährt haben plötzlich nicht mehr greifen. Echter Frieden lässt sich auf dem Globus nicht auf historische Weise (mit Gewalt) herstellen. Der Nobelpreisträger Manfred Eigen beschreibt in dem Buch „Das Spiel“ das japanische Brettspiel „GO“, (in dem schwarze und weiße Steine abwechselnd gesetzt werden und versuchen Raum zu erobern und den jeweiligen Gegner zu umzingeln) wie aus einem lang anhaltenden linearen Spielverlauf sich allmählich (wenn das Spielbrett voll wird) Entscheidungsszenarien anbahnen und sich zum Ende des Spiels hin die Ereignisse überstürzen, worauf entweder Schwarz oder Weiß gewinnt. Genau auf dieses Flop oder Top Finale steuert die Menschheit heute zu. Ein Wechsel vom linearen zum exponentiellen (und dann chaotisch instabilen) System erleben wir heute global in vielen Bereichen. Auf der negativen Seite stehen Umweltzerstörung, Regenwaldrodung, Bevölkerungsexplosion, ABC Waffen-Technologie, (neuerdings auch R-Waffen = Roboter Waffen(1)) usw.  Auf der positiven Seite stehen Kommunikation, Aufklärung, Wissen, Technik, Lösungsmöglichkeiten.

Die Weltordnung mit den herrschenden Regeln ist offensichtlich Final gesteuert. Dies betrifft auch das aktuell nicht nachhaltige Geldsystem, das wie ein Schneeballsystem (1) organisiert ist und zusammenbricht, wenn Ausbeutung und Wachstumsdogma an die Grenze stößt, weil der Planet eine endliche Oberfläche hat. Die auf Egozentrik, Geld, Gier und Gewalt basierende Weltordnung hat als Ziel entweder die Selbstzerstörung (ultraorthodoxe Kräfte erwarten sogar ein atomares Armageddon) oder die Transformation, den Paradigmenwechsel und Quantensprung zu einem anderen „Spiel“ mit anderen Spielregeln. Dies ist nicht eine Frage des „ob“, es ist eine Frage des „wann“. So wie sie heute ist, kann diese Ordnung nicht andauern. Das Jahrtausendealte sowohl/als auch bezüglich Gut und Böse strebt auf ein entweder/oder zu. Unsere Weltordnung lebt Liebe mit eingebautem Hass, Frieden mit integriertem Krieg, Aufbau mit anschließender Zerstörung, Reichtum mit dazugehöriger Armut, Wahrheit mit integrierter Lüge, Verstand mit eingebauter Dummheit usw. Diese Dualismen fordern eine neue Synthese und Lösung.

Funktionierende Teufelskreise (1) kennen wir viele. So nennt man einen negativen Automatismus, ein sich selbst erhaltendes negatives System in dessen dauerhaften Kreislauf man hineingezogen wird, wenn man es an einem Punkt intensiv berührt. Für das Gegenteil (Lebenskreis, Friedenskreis, Liebeskreis, Lösungskreis? Der Friedensforscher Johan Galtung nennt es Tugendkreis.) haben wir in unserer Sprache (außer dem wirtschaftsbezogenen Begriff "Wachstumsspirale") noch nicht einmal ein geläufiges Wort. (Ist das nicht seltsam?) Um zum Gegenteil eines Teufelskreises zu gelangen, benötigen wir einen Kreislauf, der dieselbe Macht im Positiven entwickelt: ein sich selbst erhaltendes komplettes positives System, in dessen dauerhaften Kreislauf man hineingezogen wird, wenn man diesen Kreislauf berührt.


Teufelskreis und "Liebeskreis" / "Lebenskreis".   Automatismus & Selbsterhalt eines bistabilen sozialen Systems (1)
(.Anmerkung zum Wort "Egoismus": Es ist hier wie beim Waffenproblem: In einem egoistischen System ist Egoismus überlebensnotwendig, aber
mit einem harmonischen System/Liebessystem ist Egoismus nicht kompatibel.)

In unserer Welt ist der Teufelskreis absurderweise schrecklich mächtig. Die tiefsten seelischen Verwundungen entstehen z. B. dort, wo jemand von dem, den er liebt, abgelehnt wird, was fast jedem einmal passiert. Zwecks Selbsterhalt hasst man daraufhin oft sogar das, was man liebt. Bei unseren Spielregeln ist es relativ einfach Liebe in Hass umzuwandeln nicht aber umgekehrt. So ist es kein Zufall, dass wir viele Flächenbrände kollektiven Hasses erleben (Kriege), nicht aber Flächenbrände der Liebe. Der Hass hat globale Organisationsstrukturen und Armeen, nicht aber die Liebe. Der Liebe, die in den Ecken und Winkeln wohnt, steht die Wirksamkeit, Wucht und Realität einer Atombombe und eines militärischen Netzwerkes gegenüber.

Hass – sozusagen die ins negative umgeschlagene Liebe, die Reaktion bei Liebesentzug, ist mächtiger als die Liebe? Wie kann das sein? Liebe ist Privatsache und Privatbesitz, ein flüchtiges Phantom in unserer Gesellschaft. Liebe ist nicht organisiert und meist isoliert in Zweierbeziehungen, jeder sucht für sich allein. Wie viel Prozent der Paare und Partnerschaften in diesem Land lieben sich wirklich und lebenslang? Fünf Prozent? Es wird immer klarer, dass nicht der Einzelne schuld ist, sondern das gesamte System, die Spielregeln sind es, mit denen etwas nicht stimmt! Uns wird eingeredet, dass es peinlich ist über "intime" Liebes-Wünsche, über persönliche Liebe oder gar Zärtlichkeit und Sex öffentlich zu sprechen. Wir werden in eine Schweigepflicht hineingedrängt, die verhindert, dass wir uns im Sinne der Liebe organisieren. Es ist eine infame Unwahrheit, dass es peinlich sein soll, über so etwas offen zu reden. Es ist im Gegenteil peinlich und fatal das nicht zu tun! Das massenhafte Scheitern unserer Liebesbeziehungen liegt nicht hauptsächlich an unseren Fehlern, sondern es liegt im Fehler der Spielregeln.

So geht das nicht weiter, die Liebe braucht Organisierung, um dem Hass das Wasser abzugraben! Sie braucht heute die Offensive, die Expansion, den kommunikativen Angriff, die Aktivität. Sie geht alle an. Es ist kaum zu glauben, dass das eigentlich Wichtigste (wenn wir ehrlich sind) kaum erforscht ist. Man kann die Art wie wir mit seelischen „Gütern“ und Möglichkeiten umgehen durchaus vergleichen mit dem Zurückhalten, Bunkern u. Mangel an Konsumware in der DDR. Selbst der Grund ist ähnlich: falsches kollektives Verhalten, basierend auf verbietenden und hemmenden Spielregeln und Rahmenbedingungen.

Die bekannten Worte: „Man muss bei sich selbst anfangen“ führen lediglich zu einem Aussaugeffekt, solange nur ein Einzelner die „Tische mit den seelischen Gütern“ auf die Straße stellt. So etwas kann nur synchronisiert und koordiniert mächtig werden. Einzelaktionen sind der Tropfen auf der heißen Herdplatte, das verdampft, Einzelaktionen sind zu wenig. Die ganzen "bei sich selbst Anfänger" sollten sich koordinieren. Das ist wie bei einer Demo, wenn nur ein Einzelner demonstriert, dann wird diese Aktivität meist im Keim erstickt.

Auch für das glücklich verliebte Paar gilt heute die Botschaft: Wenn es uns nicht gelingt, dass wir „das Lieben“ gemeinsam Organisieren und Vernetzen („Army“ of Love), oder zumindest unseren Willen dazu, (bzw. bei Singles die Liebessehnsucht hinter der Maske) veröffentlichen, uns dazu bekennen, uns hinter die Liebe stellen, wenn uns das nicht gelingt, dann verraten wir die Liebe, weil wir mit dieser unserer Liebe üblicherweise meist nur einzelne "Strohfeuer" schüren, die außerdem ein zufälliger "Regen" löschen kann. Die Liebe sollte mehr sein, als lauter einzelne private Inseln, auf denen ab und zu ein Feuer brennt. Wir brauchen endlich reale Brücken zwischen den Inseln, wir brauchen ein Netzwerk und die Eigentümer sollten die "Betreten Verboten" Schilder ins Feuer werfen. Wir brauchen eine Infrastruktur der Liebe, die ein durch Regen verlöschendes Feuer des Nachbarn sofort wieder entzündet.

Wir haben es geschafft unsere Städte nachts mit Licht zu erhellen, das durch Strom gespeist, fast den ganzen Planeten illuminiert, was vom Weltall aus gesehen, sehr beeindruckend aussieht. Diese Vernetzung der Stromleitungen, dieses Zusammenspiel der Energien benötigen wir auch für das sozialpsychologische Feuer der Menschheit, für die Liebe. Wenn wir immer noch glauben jeder für sich könnte sein Glück und dauerhafte Liebe finden, getrennt vom anderen und in ernsthafter Konkurrenz zum andern, so ist dies ein folgenschwerer Irrtum, denn es gibt nur die eine Liebe (wie es z. B. der Musiker Bob Marley im Song „One Love“ (1) ausdrückt). Sichtbar wird das dadurch, dass jedes liebende Paar heute sein Kind bzw. seine Enkel in eine Welt setzt, die akut vom Ökokollaps bedroht ist. Davor schütz selbst Reichtum oder die Flucht auf die Insel nicht mehr. Unsere Liebeskultur ist paradox. Die Zeit der Abschottung der Liebe und der "Egozentrik der Liebe" sollte zu Ende gehen.

Was wäre Atomphysik, wenn sie nur auf dem Papier stünde? Wir brauchen eine Liebesforschung (1) und eine daraus hervorgehende Kollektivierung der Liebe, und zwar nicht nur theoretisch und theologisch, sondern praktisch und logisch. Wir benötigen auch deshalb ein vorzeigbares gewaltfreies Verhaltensmodell, um beweisen zu können, wie es nach einem Tag X und nach einem Paradigmawechsel auf diesem Planeten ausschauen könnte.

Es genügt heute nicht mehr, die Liebe nur geistig zu imaginieren, oder uns auf ein angebliches Paradies nach dem Tode vertrösten zu lassen. Wir wollen in dieser Hinsicht nicht mehr nur mit einem Plätzchen abgespeist werden, wir wollen die Bäckerei! Es gibt Ähnlichkeiten, wenn man die Utopie "Liebe für alle" mit einer anderen großen Menschheits-Utopie vergleicht, der Landung auf den Mond. Zuerst lebt bei einer Utopie immer die Idee, und die Realisierung ist noch fern. Es liegt eine ganze Dimension zwischen der Idee einer Mondlandung (Kepler, Cyrano de Bergerac, Jules Verne, H.G. Wells, C.S. Lewis) und der Realisierung einer Mondlandung. Von Jules Vernes Roman "Reise um den Mond" (1) bis zum Apollo Programm (1) der NASA vergingen hundert Jahre. Jules Verne hat als Schriftsteller die Vision geliefert, aber erst Werner von Braun hat die Möglichkeit der Technik realisiert. Das Beispiel von Jesus nimmt in diesem Vergleich eher die Rolle des Ideengebers für die Liebe ein (wie Jules Verne), als der Rolle des Realisierers (wie Werner von Braun/NASA), da es den Frieden auf Erden und die Liebe zwischen den Menschen bis heute offensichtlich noch nicht gibt.

Das Apollo-Programm kostete laut Wikipedia 25 Milliarden Dollar, das sind etwa 120 Milliarden nach heutigen Maßstäben, und beschäftigte bis zu 400.000 Menschen. Wer möchte daran zweifeln, dass bei einem so gewaltigen finanziellen und personellen Einsatz für die Friedensforschung, das Ergebnis in Form einer sozialen Software zur Befriedung des Homo sapiens ebenfalls in einem Jahrzehnt auf dem Tisch läge. Mit den Informationen, die heute sichtbar sind, steht die Wahrscheinlichkeit dazu bei 99 Prozent und noch besser, so teuer muss das gar nicht sein.  Es muss nur endlich laut ausgesprochen und gefordert werden. Wir sollten mit dieser wichtigsten Aufgabe unserer Spezies, mit dem "Human Love Project", man könnte auch sagen, mit dem sozialpsychologischen "Apollo Projekt der Liebe" oder "Apollo Projekt des strukturellen Friedens" umgehend beginnen.

Wenn wir uns die Frage: „Was sollen wir heute tun“, stellen, so kann eine aktuelle Prophezeiung und Zukunftswegweisung im Jahr 2012 nur lauten: "Die jahrtausendealte Prophezeiung: „Machet euch die Erde untertan!“ ist erfüllt, ja übererfüllt. Wir zertrampeln in unserem Größenwahn diesen angeblichen Untertan, der unser unverzichtbares Fundament ist. Kein Moses, sondern ein "Gandalf (1) der Moderne" sollte (in den Medien) unüberhörbare für alle, die weisen Worte sprechen: Hört vollständig mit der Gewalt auf, beendet den Krieg untereinander und gegen den Planeten, und beginnt die Kooperation! Das ist die Parole und Aufgabe der heutigen Zeit!

Die Macht des Geldes hat heute alle anderen Vorbilder faktisch entmachtet. Die Kräfte des Idiotismus (sorry) haben in unserer Hackordnungsgesellschaft ein Gewalt förderndes Idealbild vom Siegertypen geschaffen. Hart, kalt, herzlos, durchsetzungsfähig, der ewig „glückliche“ Sieger. Er glaubt, wenn er überhaupt an etwas glaubt, nur an sein eigenes Ego. Sein Verbrauch an Material, Sexualpartner, Mitarbeitern, Geld und Alkohol ist grenzenlos (James Bond, Star-, Schönheits-, Jugend-, Geldkult und Olympia stehen dafür). Die positive Rückkopplung durch unseren frenetischen Applaus nur für die Besten steigert den Konkurrenzkampf bis zum Exzess. (Alles oder Nichts Nullsummenspiele, "The winner takes it all" Philosophie) Nicht der Einfühlsamste, Sozialste, Klügste und Weiseste, sondern der Reichste, Stärkste, Egostischste und Rücksichtsloseste bekommt Anerkennung. Das sind die Retro-Gesetze der Raubtiere, der Wölfe und Schimpansen. Die Klugen haben zu oft nachgegeben und deshalb regieren die Dummen die Welt, das muss sich ändern!

Die „Rette sich, wer kann“ Gesellschaft lehnt ab, was sie selbst produziert. Statt Ursachenbekämpfung und damit Beendigung der Produktion des Unerwünschten, (oder Integrierung durch Umwandlung) produziert sie weiter und verschärft stattdessen nur die Ablehnung der Symptome. Dies ist mit Krieg und Kriminalität so, aber auch mit Müll, unerwünschtem Sozialverhalten, mit Not und Armut. Dadurch geraten die Betroffenen in Teufelskreise der verschiedensten Couleur, aus denen kein Entkommen ist. Nun werden aber nicht die Teufelskreise entschärft oder gar ihre Entstehung unterbunden, sondern es werden die Leute bekämpft, verachtet, ausgegrenzt oder eingesperrt, die in den Teufelskreisen stecken. Dadurch verstärkt man den Teufelskreis noch. Durch diese Scheinlösungen entsteht eine Spaltung der Gesellschaft die Gewalt, Terrorismus und Krieg fördert. Solang die Gesellschaft weiterhin diese Art von Scheinlösung anwendet, was sie weltweit tut, solange kann man nur die Diagnose: „Paranoid schizophren“ ausstellen. Die Dummheit wird nur noch überboten durch den absoluten Ernst, mit dem sich dieser Schwachsinn präsentiert. Und genau hier sitzt die Achillesferse: Der Ernst! (Und sein Gegenpart: das Lachen!)

Die Wahrheit der Kabarettisten wird im Bundestag und nicht in irgendwelchen Hinterzimmern (1) gebraucht! Wir befinden uns in einer Demokratie, deshalb gibt es heute Möglichkeiten zur gewaltlosen Selbstkorrektur der Gesellschaft, z. B. Organisierung und Wählbarkeit neuer Ideen. Die Demokratie hat heute nicht das Recht sich auf ihren Lorbeeren auszuruhen, denn wenn sie nicht den Schritt nach vorne geht, dann wird sie zurückgerissen. Die Stufe auf der wir heute stehen ist nicht zum Ausruhen geeignet!

Folgendes vom Philosophen Karl Popper: „Die Idee der Selbstbefreiung durch das Wissen, die die Aufklärung vertrat enthielt von Anfang an auch die Idee, dass wir lernen müssen, uns von unseren eigenen Ideen zu distanzieren, statt uns persönlich mit unseren Ideen zu identifizieren. Im Interesse der Befreiung vom Irrtum müssen wir uns dazu erziehen, unsere eigenen Ideen ebenso kritisch betrachten zu können wir die Ideen, gegen die wir kämpfen.“
Wir müssen aber gar nicht in kühler Distanz auf den Spaß verzichten, den es nun einmal macht sich mit einer Idee zu identifizieren, wenn wir uns nach solch einem feurigen Plädoyer von der Rolle distanzieren, die dieses Plädoyer hielt. Dies wäre eine praktische mögliche noch lustvollere Ausübung von Poppers Theorie. Dadurch wird es möglich alles auszusprechen und zu betrachten und echte subjektive Ansichten und Emotionen nicht durch erzwungene Objektivität von der tieferen Energie zu trennen und dennoch frei von Anhaftung, Dogma und Ideologie zu bleiben. Wenn man diesen Gedanken versteht und weiterverfolgt, dann kommt man zu einer neuen Kunstform und Kultur, der Auseinandersetzung in der Realität durch (Schau-) Spiel, wie es auf der Theaterbühne möglich ist. Unsere Ordnungsgremien und Talkshows würden sich fundamental ändern.

Man stelle sich nur vor was passieren würde, wenn im Bundestag jeder seine unzensierte wahre Meinung sagt und den Subtext seiner wahren Absicht, warum er hier steht, offen legt. Diese reale Wahrheit und Lebendigkeit, (die es z. B. nach der Maueröffnung im DDR-Parlament kurz gab) wäre angebracht, um Probleme wirklich zu erfassen und Lösungen einzuleiten.

Im Bundestag gibt es 2012 noch nicht einmal einen großen Bildschirm um Informationen, Schautafeln und Informationsfilme zu wichtigen Debatten einzubinden. Auch die Bürgerbeteiligung und die Petitionsplattform (1) wird so weit wie möglich gemieden. Als Museum wäre dieses Haus heute besser geeignet, als als zeitgerechte Lösungszentrale.

Vor Jahrzehnten schon schrieb der Wissenschaftler Carl Friedrich von Weizsäcker: „Die Menschheit hat nur noch die Wahl, sich entweder selbst zu vernichten oder die Institution des Krieges zu überwinden.“ Und forderte: Weltinnenpolitik.

Aus dem Buch von Dieter Duhm: „Politische Texte – Für eine gewaltfreie Erde.“ (1)
„Es geht heute um eine globale Transformation. Wir können unter Beibehaltung unserer bisherigen Lebens- und Denkgewohnheiten nicht mehr lange überleben. Es geht darum, dass wir verstehen, in welchem Maße wir heute eingespannt sind in einen Prozess der planetaren Veränderung, der nichts unverändert hinterlassen wird. Und dieser Prozess läuft bereits in allen Hinterhöfen der Erde und nähert sich uns rapide. Es hängt jetzt vieles davon ab, was wir hier, die wir noch relativ wenig davon betroffen sind, in der noch verbleibenden Zeit unternehmen.
(...) Der Versuch, das Entsetzliche am Menschen durch Moral und Religion zu überwinden, ist historisch gescheitert. Jede Bindung des Monstrums Mensch an einen Sittenkodex, eine Bibel, einen Gott, brachte nur eine neue Blutspur. Die Existenz eines humanitären Gottes, der unsere Geschicke zum Guten lenkt, ist spätestens seit Auschwitz und Hiroshima geschichtlich widerlegt (...). Wir stehen in einer Situation, wo es keinen Sinn mehr hat, Fragen und Antworten an die Gewohnheiten des Geschmacks und der Moral zu binden.

Wenn es noch eine Lösung des Problems gibt, dann liegt sie außerhalb unseres Geschmacks, außerhalb unserer Moral und außerhalb aller Denkgewohnheiten. Erforderlich wäre ein Mutationssprung in der Wahrnehmung und ein geistiger Perspektivenwechsel, der herausführt aus allen Vertrautheiten; ein Kappen aller emotionellen Bindungen an Vorstellungen, die sich längst als unhaltbar erwiesen haben. Die bisherigen Konzepte des Menschen und der menschlichen Gesellschaft waren de facto Konzepte zur Produktion von Gewalt. Ein ernsthaftes Plädoyer für den Frieden wäre deshalb ein Plädoyer für ein neues Konzept des Menschen und der menschlichen Gesellschaft. Wo eine ganze Menschheitsepoche von Gewalt geprägt war, da wird die Frage des Friedens zur Frage einer neuen Epoche. Der Übergang von der strukturellen Gewalt zum strukturellen Frieden wäre ein Epochenwechsel, der einem Mutationssprung in der Evolution des Menschen gleichkäme. Der bisherige Typus des Menschen müsste in einen neuen übergehen. Der Planet bekäme ein anderes Gesicht. Dies jedenfalls ist die Perspektive, die sich von selbst ergibt, wenn wir die Frage aus dem nötigen Abstand betrachten.

Eine Friedensbewegung in diesem Sinn wäre dann nicht eine Widerstandsbewegung, sondern sie wäre die organisierte Vorbereitung und die Durchführung eines Epochenwechsels. Ihr Thema wäre nicht nur die Verhinderung des Schlimmsten (...), sonder die reale Transformation des Menschen und die konkrete Neukonzeption der menschlichen Gesellschaft bis in ihre Elementarbereiche (...) Der Totalität des drohenden Untergangs entspräche die Totalität einer neuen Aktivität, die ohne die Totalität eines Paradigmenwechsels im Denken und in der Praxis nicht mehr auskäme (...) Eine Aufhebung von Gurutum und Führerfixiertheit ist unvermeidbar mit den Erfordernissen der Zeit. Sie entsprechen dem Problem mit Monokulturen in der Ökologie (...) Der Mensch ist ein Käfig, in dem ein Kind schreit. Die Welt, in der wir leben lebt indem sie tötet. An diesem Widerspruch ist bis jetzt jedes Kind gescheitert. (...)

Der Grundbaustein der Welt ist die Information. Wir können die Informationsvorgänge der Biosphäre nicht mehr ihrem eigenen Wildwuchs überlassen. Zu viel Angst und Gewalt sind in ihr erhalten. Es war deshalb so, weil keine andere Information da war und keine Spezies in der Lage war, in bewusster Aktion eine gewaltfreie Information für die Biosphäre aufzubauen. Wenn wir eine Zukunft ohne Angst und Gewalt aufbauen wollen, gibt es nur noch eine Möglichkeit: Die entsprechende Gesamtinformation aufzubauen und in den „Informationskörper“ der Erde einzugeben. Wir brauchen darüber hinaus keine Machtkämpfe, keine Eroberungszüge, es genügt die Information. Wo in der Evolution zwei widersprüchliche Informationen aufeinandertreffen, da wird sich immer die überlebenspassendere und komplexere durchsetzen. Nach einer Zeit erfolgt dann im ganzen Informationssystem eine Art kaleidoskopischer Umschlag: Die alten Informationseinheiten setzen sich neu zusammen, es entsteht ein neues Bild, eine neue Gesamtrichtung. Wir selbst müssen jetzt die Steuerung übernehmen, uns nicht mehr anpassen, sondern vielleicht das erste Mal in der Geschichte die Schöpfungsgesetzte in bewusster Aktion verändern. Wer diesen Gedanken versteht, der hat alles verstanden.“

Die von Alexander Lowen auf Basis der Erkenntnisse von Sigmund Freud, C.G. Jung, Wilhelm Reich usw. entwickelte Bioenergetik (1) zeigt umfassend, detailliert und erkennbar die kulturell/psychischen, psychisch/körperlichen und körperlich/muskulären/zellularen Verspannungen, Irrführungen und Zusammenhänge unserer Erziehung auf. Dies geschieht in einer Weise, die einen, durch die nun Offensichtlichkeit von Dummheit und Selbstverstümmelung, fassungslos macht:

Eine detaillierte Erklärung, wie unsere Kultur "die innere Mauer" aus emotionalen Blockaden auf die jeweils nächste Generation überträgt. Aus dem Buch „Grundkurs Bioenergetik“ von Rolf D. Koll:
"...Was hindert uns eigentlich daran, unser wahres Wesen zu leben? Wie kommt es zu Fremdprägungen, Verdrängungen und Blockaden? Was hat das für uns selbst und für die Gesellschaft für Folgen? Und vor allem schließlich: Wie kann ich das ändern?

Hierzu ein Beispiel: (...) Schmerz ist Indikator dafür, dass etwas Zerstörerisches vom Organismus Besitz ergriffen hat. Wie jedes Lebewesen wird auch der Mensch auf alles, sogar auf das Streben nach Lust, verzichten, von dem es merkt, dass es ihm Schmerz bringt. Als Beispiel können wir den Versuch eines Kindes ansehen eine geliebte Person zu umarmen, die aber regelmäßig nicht darauf eingeht. Um sich diese Frustration zu ersparen, wird das Kind irgendwann mit seinen Umarmungsversuchen aufhören.

Da aber der innere Impuls dieses Liebesausdrucks und –Verlangens weiter besteht (und dadurch ein Zwiespalt entsteht) wird der Organismus früher oder später durch muskuläre Verspannung die Unterdrückung des eigenen autonomen Impulses erzwingen, um andauernder Frustration zu entgehen. Gleichzeitig wird auch im Gehirn die von außen geprägte Erinnerung: „Versuche die Arme aus Liebe auszustrecken sind zwecklos, führen nur zu Enttäuschung und Schmerz und sind besser zu vermeiden,“ abgespeichert. Durch unzählige Erlebnisse dieser Art, in denen Fremdprägung siegt und eigene Impulse ersetzt, entsteht so nach und nach (meist unbewusst) das Verspannungsmuster und die Charakterpanzerung der jeweiligen späteren Erwachsenenidentität (Anm. d. A.: Diese Erkenntnis ist auch Thema im Schauspielunterricht: muskuläre Verspannung =  zellulares „Gefühlsgedächtnis“ = „eingefrorene Lebendigkeit“)

Aus dieser mehr oder weniger eingeschränkten Persönlichkeitsstruktur denkt, fühlt und handelt der Mensch. Und überall dort, wo eine gegebene Situation von ihm aus seinem fremd geprägten Ich heraus beantwortet und gelebt wird, antwortet und lebt damit in Wirklichkeit nicht er, sondern seine Prägeinstanz, und das heißt auch: Er antwortet aus seiner frustrierten Vergangenheit heraus. Gleichzeitig wird eben diese Frustration wieder angesprochen und klingt tief in seinem Inneren wieder an. Man kann also durchaus sagen, dass die neurotischen Konflikte genau daraus entstehen, dass der Mensch aus seinem fremd geprägten Ich heraus etwas will und tut, was er aus der wahren Wirklichkeit seines Selbst heraus nicht will oder sogar ablehnt. Und natürlich auch umgekehrt. Die Spannung dieses neurotischen Konfliktes ist es aber, unter der sich der Mensch hilflos windet, unter der er leidet, und die wiederum zu weiteren Unterdrückungsversuchen führt.

(...) Im gesunden Zustand nimmt ein Mensch den Kontakt zwischen seinem Kern und der äußeren Welt wahr. Impulse seines pulsierenden Kerns (Herzens) fließen in die Welt, und Ereignisse der Außenwelt gelangen zu seinem Herzen. Trotz selbstständige Einheit, fühlt er sich eins mit der Welt und dem Kosmos. Dieser normale Zustand wird gestört, wenn sich der Mensch „panzert“, wie Reich es nannte. Die Panzerung trennt die Gefühle des Kerns von den Empfindungen an der Peripherie. Dadurch spaltet sie aber auch die Einheit des Organismus und die Einheit seiner Beziehung zur Welt.


Muskelpanzerung - "Die innere Mauer"

Der Organismus hat nun innere Gefühle und davon abgetrennte äußere Reaktionen, eine innere Welt und eine äußere Welt; er kann sich mit beiden Welten identifizieren, doch wegen der Trennung kommen die beiden Welten nie zusammen. Die Panzerung wirkt wie eine Mauer, und der Mensch kann auf der einen oder auf der anderen Seite sein, aber nie auf beiden Seiten zugleich. Dies führt auch zur Trennung von Gefühl und Verstand, Kindheit und Erwachsenenwelt, sowie von Mystizismus und Mechanismus.

Wir könnten sagen, dass das mechanistische Bewusstsein den Wald vor lauter Bäumen nicht sieht, während das mystische Bewusstsein die Bäume vor lauter Wald nicht sieht. Der Mystiker hat nur Augen für die Wunder des Kosmos, so dass er die Steine auf seinem Weg nicht sieht und darüber stolpert. Der Mechanist achtet dagegen nur auf die Steine und hat keine Augen für die Schönheit des Himmels. Man kann diesen Konflikt nicht lösen, indem man beides abwechselnd tut. Der einzige Weg besteht darin, die Mauer niederzureißen, die Verspannung zu lösen..."

Folgendes aus dem Buch: Paul Watzlawick : „Wie wirklich ist die Wirklichkeit? - Wahn Täuschung Verstehen“ (ein wissenschaftliches Buch über Kommunikationsforschung/Konstruktivismus):

"Die Welt ist eben so, wie sie dazu gemacht wird, wusste schon Joseph Goebbels, als er 1933 die Rundfunkintendanten belehrte: „Das ist das Geheimnis der Propaganda: den, den die Propaganda fassen will, ganz mit den Ideen der Propaganda zu durchtränken, ohne dass er überhaupt merkt, dass er durchtränkt wird. Selbstverständlich hat die Propaganda eine Absicht, aber die Absicht muss so klug und virtuos kaschiert sein, dass der, der von dieser Absicht erfüllt werden soll das überhaupt nicht merkt.“
In dieser Notwendigkeit, die Absicht zu kaschieren, liegt aber die Chance ihrer Überwindung. Wie wir gesehen haben, wird die erfundene Wirklichkeit zur wirklichen Wirklichkeit nur dann, wenn die Erfindung geglaubt wird. Wo das Element des Glaubens fehlt, bleibt sie wirkungslos. Mit dem Verständnis der sich selbst erfüllenden Prophezeiung wächst auch unsere Fähigkeit, sie zu transzendieren.

Die Prophezeiung, von der wir wissen, dass sie nur eine Prophezeiung ist, kann sich nicht mehr selbst erfüllen. (Anm. d. A.: Außer wir wollen es) Die Möglichkeit des Andersseins und Zuwiderhandelns ist immer gegeben. Von Bedeutung ist hier eine Feststellung, die aus der scheinbar so entfernten Domäne der mathematischen Spieltheorie kommt. Schon Wittgenstein machte in seinen Bemerkungen über die Grundlagen der Mathematik darauf aufmerksam, dass gewisse Spiele mit einem einfachen Trick zu gewinnen sind. Sobald uns jemand auf das Bestehen dieses Tricks aufmerksam macht, brauchen wir nicht mehr naiv weiterzuspielen (und immer wieder zu verlieren). Auf diesen Überlegungen aufbauend, formulierte der Spieltheoretiker Howard dann sein „existenzialistisches Axiom“, das darauf hinausläuft, dass jemand, der sich einer sein Verhalten betreffend Theorie bewusst wird, ihr dadurch nicht länger unterworfen ist, sondern es ihm freisteht, sich über sie hinwegzusetzen. (...)

In unseren Tagen gewinnt die Einsicht immer mehr an Bedeutung, dass jede Wirklichkeit im unmittelbarsten Sinne die Konstruktion derer ist, die diese Wirklichkeit zu entdecken und erforschen glauben. Anders ausgedrückt: Das vermeintlich Gefundene ist ein Erfundenes, dessen Erfinder sich des Aktes seiner Erfindung nicht bewusst ist, sondern sie, als etwas von ihm Unabhängiges zu entdecken vermeint."

Anstatt: "Ich glaube, was ich bin", heißt es jetzt: "Ich bin, was ich glaube." Weltordnung und auch Selbstbild sind plötzlich relative Faktoren.

Das einst in Europa ersonnene Modell der Zivilisation hat sich zwar als konkurrenzlos dynamisch und erfolgreich erwiesen. Doch für die Gestaltung der Zukunft ist dies zu wenig.
Die Abkehr vom herkömmlichen Entwicklungsmodell muss kein trister Marsch ins Elend sein, sondern kann zu neuen Formen des Wohlstands führen, argumentiert Ernst Ulrich von Weizsäcker. Das Ende der Verschwendung führe nicht zum Ende des Luxus, er werde nur ein anderes Gesicht haben und sich vom zerstörerischen Verbrauch von Natur abkoppeln. Das Feiern von Festen, die Erfüllung in geistigen und künstlerischen Erfahrungen sowie die Freude an einer wiederhergestellten Natur sind Formen der Befriedigung, die uns schon heute vertraut sind. Materieller Besitz, der nur zum Beweis von Status und Macht dient, könnte und müsste durch die Freude am Verstehen und Teilen ersetzt werden, um das psychische Überleben der Menschheit zu ermöglichen. Diese These hielt der Sozialphilosoph Erich Fromm schon 1976 in seinem Bestseller „Haben oder Sein“ fest, im bevorstehenden Jahrhundert der Umwelt dürfte sie ganz neue Bedeutung gewinnen. Warenkonsum anstelle von Befriedigung tauge nur als Rezept von Neid und Frustration.

Die Menschheit befindet sich in einer geradezu revolutionären Situation und habe viele Zukunftsmöglichkeiten sagte kürzlich der Systemanalytiker Dennis Meadows der vor vielen Jahren schon einmal für den Club of Rome das Buch „Die Grenzen des Wachstums“ geschrieben hat. Der bevorstehende grundsätzliche Wandlungsprozess, so Meadows heute, sei wohl am ehesten vergleichbar mit jenem Übergang, den die Menschheit vor 8000 Jahren vollzog: "Damals konnten sich die Nomaden nicht mehr vom Jagen und Früchtesammeln ernähren, weil sie zu viele geworden waren. Sie mussten sesshaft werden und lernen, mühselig Ackerbau zu treiben – eine Revolution, die im Geschichtsbuch der Hebräer als das Schicksal von Adam und Eva beschrieben wird.

Für viele ist es jetzt wieder so weit: Die zweite Vertreibung hat begonnen. Die ökonomische Globalisierung entzieht den einzelnen Regierungen die Kontrolle über die Wirtschaft und untergräbt die Souveränität der Staaten. Transnationale Konzerne entscheiden unabhängig von nationalen Interessen über Investitionen und Kapitalflüsse. Dies erzwingt einen Konkurrenzkampf zwischen den Industrieländern, in dem für Sozial- und Umweltpolitik immer weniger Spielraum bleibt. Ein wachsender Teil der Bevölkerung verarmt inmitten des Reichtums.
Bei globalen Problemen greifen keine nationalen Lösungen mehr. Bei erdumspannenden politischen Vorhaben, die wichtige Interessen aller Beteiligten betreffen, lässt sich immer nur der kleinste gemeinsame Nenner durchsetzen. Ehe eine Weltregierung handlungsfähig werden könnte, müssten deshalb erst die Katastrophen eintreten, zu deren Verhinderung sie gebraucht würde!"

Wenn es keinen Egoismus gäbe, dann könnten wir leicht das Geld zusammen bekommen um die Armut auf diesem Planeten abzuschaffen (alleine, indem man die Rüstungsbranche mit ihren 3 Milliarden Euro pro Tag dafür einsetzt). Der Egoismus wäre aber erst dann überflüssig und könnte wegfallen, wenn es diesen neuen sozialen Zustand bereits gäbe und niemand mehr aus Not zur Gewalt greifen müsste. Hier schließt sich der Teufelskreis einer Logik, in dem unsere Welt gefangen ist. Von innen betrachtet ist er logisch, unveränderbar und ewig. Von außen betrachtet ist er lächerlich, dumm, und selbstmörderisch für alle.

Der globale Arm/Reich Teufelskreis ist von ähnlicher innerer Logik geprägt, wie der frühere Ost/West Teufelskreis den Gorbatschow durchschaut (Glasnost/Perestroika) und durchbrochen hat und spaltet die Menschen gleichermaßen in 2 verschiedene Gruppen. (Hätte der Westen damals die historische Chance erkannt und das eigene System reformiert, indem er die nun sinnlosen, frei werdenden Rüstungskräfte zur Hilfe Russlands eingesetzt und die ausgestreckte Hand wirklich angenommen hätte (Marshallplan für Russland), dann sähe es heute weltweit anders aus. Da dies nicht geschah, hat Ost und West anstatt einer lupenreinen Demokratie einen lupenreinen Raubtierkapitalismus bekommen, dem offensichtlich jede moralische Zielrichtung, Lösungsfähigkeit und Zukunftsperspektive fehlt.

Wir Reichen wollen unseren Reichtum sichern, indem wir genau das Geld, das den Armen zum menschenwürdigen Leben verhelfen würde, in Rüstung, Mauern, Alarmanlagen, Gefängnisse und Polizei anlegen. Ein Häftling kostet unseren Staat ca. 3000 Euro pro Monat, während er nichts Sinnvolleres tut, außer mit noch mehr Hoffnungslosigkeit und Hass aufgeladen zu werden – absurd!
Kriminalität, Drogen, Mafia, Krieg, sinnlose Gewalt, Terror, Amok usw. können niemals mit Gewalt besiegt werden! Die Köpfe der Hydra, des tausendköpfigen Drachen wachsen stets nach, wenn die Ursache für die Gewalt und Angst weiter besteht.

Heute ist es möglich und nötig die Widersprüche, Schwächen und Kardinalfehler dieser Gesellschaft, die schon immer bestanden, aber nun erst durch die Medien deutlich erkennbar werden zu lösen! Der wirksame Sieg gegen das Böse wäre erst dann erreicht, wenn der ganze Planet gebildet, aufgeklärt und frei von Not und Armut ist. Dazu ist eine Strategie nötig, um den Eisernen Vorhang zwischen Arm und Reich niederzureißen und dazu die Mauer zwischen Glücklich und Unglücklich bzw. Gebildet und Ungebildet. Wir benötigen hierzu eine Art "United World Project". Bei einer "Generalmobilisierung zum Weltfrieden" würde es sich um das Gegenteil eines Weltkriegs handeln. Wir sollten am besten gestern anfangen, so etwas zu organisieren!

Es gibt heute keine Mauer zwischen Arm und Reich, die einen Konflikt wirklich standhalten würde, es geht um das Hochziehen oder um das hinuntergezogen werden. Wir sollten alles tun, damit es nicht zu Letzterem kommt!

Der Geist von Gestern, der versucht die Probleme des 21. Jahrhunderts mit Methoden des 19. Jahrhunderts zu lösen, sollte erneuert werden. Frieden lässt sich nicht durch draufhauen und davonrennen herstellen. Die heutige Lage, die wissenschaftlichen Erkenntnisse unserer Zeit und die neuen technischen Möglichkeiten müssen ihren Ausdruck endlich im sozialpsychologischen, gesellschaftlichen und politischen Bereich finden. Die Zeit ist überreif und was besonders gefährlich ist, es fehlt anscheinend das emotionale Zeitempfinden für die Dringlichkeit. Die übliche Reifezeit für Entscheidungen und Veränderungen, der Instanzenweg ist zu lang! Dieser Prozess würde bei Beibehaltung des bisherigen Tempos vermutlich Jahrhunderte brauchen um eine politische Weltunion durch den Zusammenschluss von Nationalstaaten zu erreichen. Da sind die globalen zerstörerischen Kräfte der Umweltzerstörung oder des Krieges und Hasses wahrscheinlich weit schneller, wir haben diese Zeit nicht.

Wir müssen Entwicklungsstufen überspringen indem wir endlich anfangen auch vom Ziel her zu denken! Dies und das Zusammenspiel von Einsicht und neuer Technologie kann die Situation noch rechtzeitig retten und wenn das endlich ernsthaft angepackt werden würde, eine Aufbruchstimmung erzeugen. Ob wir wollen oder nicht und ob uns dies bewusst ist oder nicht, wir sind heute die Zeitzeugen des größten und schnellsten Umbruchs den die menschliche Weltgeschichte je erlebt hat. Wir, vom einfachen Menschen bis zum Mächtigen (wahrscheinlich in dieser Reihenfolge) müssen nun selbst eingreifen um zu verhindern, dass die Fraktion der (unbewussten) Dummheit, der Sturheit und Todessehnsucht, aber auch unser ganz „normales“ alltägliches Verhalten, den Planet in den Selbstmord treibt. Das Spiel ist noch offen. Das Drama auf der Weltbühne hat bisher weder seine schlimmstmögliche noch seine bestmögliche Wendung genommen. Wir müssen Farbe bekennen, den Mut haben unsere Wünsche auszusprechen, auch wenn sie in einer gewalttätigen Welt verrückt klingen mögen, und uns hinter das Best-Case Szenario stellen!

„Heute sind die Dinge im Sattel und reiten den Menschen. Unsere Zukunft hängt davon ab, ob es dem Menschen, dem ganzen schöpferischen Menschen, gelingt sich in den Sattel zu setzen.“
Erich Fromm

Wir leben bereits in einer virtuellen Realität. Durch unsere heutigen Medien wird Wirklichkeit gefiltert und ausgewählt, deshalb erkennen wir nur eine selektive Auswahl, eine Teilwirklichkeit, die als die ganze Wirklichkeit verkauft und geglaubt wird. Begriffe wie Wahrheit und Schein, Realität und Theater sind nicht mehr wirklich voneinander trennbar, das sind keine Gegensätze mehr. Aus der ARTE TV Dokumentation „Maskierte Wahrheit – Theater und Philosophie“:
„Vielleicht ist der Vorgang der Kunst, die Kunst überhaupt, das viel Wirklichere als unser sogenanntes wirkliches Leben
. Wenn wir sehen, dass die Wirklichkeit inszeniert wird (mit Hilfe von Medien oder was auch immer), dass die Wirklichkeit bestimmten Grundstrukturen gehorcht, die man als faszinierend bezeichnen kann, dann sieht man, diese Wirklichkeit ist auch ein Theater. Die Philosophen haben sich deshalb früher damit nicht ausgiebig befasst, weil lange Zeit die Überzeugung vorgeherrscht hat, es gehe darum Wahrheit – also Realität und Fiktion klar zu unterscheiden, um der tiefen Wahrheit der Realität auf die Spur zu kommen. Dieser Glaube ist erst seit den modernen Medien, als die (immer schon vorhanden gewesene) künstliche Herstellung von Wahrheit sichtbar wurde, abhanden gekommen."
Die Gehirnforschung mit ihrer Entdeckung der sogenannten "Spiegelneuronen" (1) unterstreicht dies noch.

Die Menschheit heute könnte man mit einem einem heillos zerstrittenen Paar vergleichen. In dem Moment aber, in dem durch glückliche Umstände oder ein glückliches Verhandlungsgeschick, aus zerstrittenen Partnern Liebende werden würden, in dem Moment würde plötzlich alles leicht und wunderschön werden und die Verliebten setzten sich hin und überlegen gemeinsam, was sie nun, da der Streit beigelegt ist alles machen könnten. Sie planen ihre Zukunft wie Liebende das tun und es öffnen sich viele, viele neue Türen. Man stelle sich nur vor, was eine Menschheit alles erreichen könnte, wenn sie ihre Energie nicht mehr vergeuden würde, um gegeneinander zu kämpfen. Wenn sie aufhören würde, grob, ignorant, brutal und gehässig zu handeln und wenn sie anfangen würde zuzuhören, die Teufelskreise zu durchschauen, wenn sie die eigenen Irrtümer erkennen und entwirren würde, wenn sie zärtlich, aufmerksam und liebevoll werden würde. Wenn für nur einen Tag einmal der Sturm des Hasses aufhören würde zu toben, sodass wir einmal zusammen "die Sterne in der Oberfläche des nun glatten Sees" sehen könnten oder mehr als das, unser liebendes Gesicht erkennen könnten. Ein Moment in dem wir den Spirit, den Geist, den Charakter unserer gemeinsamen guten Seite erkennen könnten, wie wir wären, wenn kein Hass mehr "wehen" würde...

Mit unserer heutigen Technik könnten wir, wenn vollständiger Frieden wäre, wahrscheinlich in 1-2 Jahrzehnten ein Paradies aus diesem Planeten machen. Plötzlich wäre Unmögliches möglich, das wäre ein sozialer Quantensprung in der Kultur der Menschheit. Wer schon einmal glücklich verliebt war, der hat eine Ahnung von der Wucht dieser Stimmung und diesen Gefühlen. Aber was wäre das erst für ein umwerfendes Gefühl, wenn jeder von uns 7 Milliarden Freunde hätte... Ich denke dass es sinnvoll ist, diese "...was wäre wenn Vision" weiter und konkreter auszumalen, denn schon immer war die konkrete Ausmalung einer Belohnung oder Befreiung und das Bild wie man sich dann fühlt das Motiv, das den Menschen angetrieben hat. Deshalb ist es auch so wichtig ein funktionierendes Pilotprojekt, Modelldorf, oder eine Modellstadt mit einer ungelogen liebenden Gemeinschaft auf die Beine zu stellen. Eine willentlich konstruiert Gruppe von Menschen, die zu echten Liebenden werden ist das Dringendste was diese Welt benötigt (1). Und sobald ein Pilotprojekt der sozialen Liebe gelungen ist, sollte das dann schleunigst in die Medien kommen.

Schlussworte des Buches „Das Spiel“ des Nobelpreisträgers Manfred Eigen: „Der Mensch ist Teilnehmer an einem großen Spiel. Er muss seine Fähigkeiten voll entfalten und sich als Spieler behaupten, um nicht Spielball zu werden. Wir brauchen heute wieder Übereinstimmung mit dem Schöpfungsspiel der Natur. Dieses Ziel verlangt von jedem Menschen zum Künstler zu werden und vom Künstler die restlose, das heißt die spielerische Beherrschung der Mittel.“

Grundsätzlich geht es diesem Manifest darum, Aufmerksamkeit zu erregen und auf das hier beschriebene, komplexere Weltbild zu lenken. Es geht um die Einleitung eines sich selbst verstärkenden Selbstorganisationsprozesses, der auf die intellektuellen Fähigkeiten der Spezies Mensch baut. (Erkenntnisfähigkeit, Organisierungstalent, Kunst-, Wissens- und Ingenieurpotenzial.) Wir brauchen eine Ontogenese für die Menschheit. Ontogenese nennt man den Entwicklungsprozess von der Eizelle zum fertigen Lebewesen. Diese Metamorphose muss im Finale alles integrieren, kein Verlierer darf zurückbleiben.

Wie heißt es so schön: „Es wird erst dann Frieden zwischen den Menschen sein, wenn wir ein Bewusstsein entwickeln durch das Wir uns als Angehörige der gleichen Art wahrnehmen und fühlen.“ Durch den Übertrag von einigen Theaterregeln auf unser Leben wäre das möglich. Nicht nur weil das Theater es ermöglicht tief gehend in die Haut des anderen zu schlüpfen und dadurch eine Empathie (Ich bin Du (1)) bis hin zur Verschmelzung mit "dem Fremden" möglich wird, sondern weil das künstlerische Ich, das beim improvisierten Schauspiel entsteht und dessen Bündelung in der Gruppe, uns ein machtvolles Regelwerk in die Hand gibt, das auch die Schutzfunktion für den Einzelnen übernimmt. Vergrößert das Theater (1) und verkleinert die gewalttätige Welt! Wenn wir wollen können diese neuen kollektiven Spielregeln sogar das Fundament bilden für ein gemeinsames globales Best-Case-Szenario.

Wo anders als im Bereich der Kunst könnte man eine ästhetische Gesellschaft finden? Anstatt in einer hierarchischen und mechanistischen Realität mit Besitzstruktur und Mauern, befänden wir uns in einem künstlerisch formbaren "Wirklichkeits-Plasma" mit fließenden Bewegung, Rollen und Szenerien, wie wir das bei Wolken sehen. Das klingt verrückt, aber es klingt auch gut, und wenn es heute durch unser Wissen und Know-how möglich erscheint, dann sollten wir dieses Experiment unbedingt ausprobieren. Die Weltgeschichte geht offenbar vom Ganzen zum Einzelteil, und wieder zurück zu einem neuen Ganzen. Von der Großfamilie zum Ego und zurück zur neuen Gruppe, zum künstlerischen Ensemble. Durch diesen Prozess wurde die Vergangenheitskonditionierung der aus dem Tierreich entstandenen Gruppe neu geordnet und nun zum künstlerischen Ensemble, das zukunftstauglich ist.

Eine fundamental friedliche Welt heißt nicht, dass wir auf Krieg und Tragödie ganz verzichten müssen. Wie langweilig wäre jedes Spiel, jedes Märchen, jedes Theater und jeder Film, ganz ohne das Böse. Ein Paradies in dem alle nur andauernd Halleluja singen wäre einschläfernd. Wir werden das Böse spielen und inszenieren, kontrolliert wie im Theater üblich, diesmal aber wie im echten lebendigen Leben mit dem Element der Improvisation. Vielleicht werden wir die Zeit, die wir heute passiv vorm Fernseher verbringen, um in der Inflation der Spielfilme, anderen beim Leben nur zuzusehen, dann die Rollen selbst spielen und real erleben. Das wäre eine optimal lebendige Freizeitbeschäftigung, gegen die unsere bisherigen Sportspiele und Rummelplätze blass aussehen. Das Privileg der Schauspieler sollte für alle Menschen gelten und Schauspiel Know-how soll Standardwissen werden. Dadurch gelänge es uns auch unsere Kinder von den immer perfekteren Videospielen der virtuellen Welt abzuholen, denn nichts ist interaktiver, vollkommener, sinnlicher und spannender als das reale Leben, jedoch nur dann, wenn das vorgeplante Leben selbst zum gemeinsamen realitätsidentischen Live-Rollen-Spiel wird und die eigene Lebensmarionette zum Avatar. So können wir die Erfahrungen vieler Leben und Rollen machen, und nicht nur einer.

Damit wird auch eine bisher Unerfüllbare der 4 Hauptforderungen von Friedensforschungsinstituten leicht erfüllbar, sich tief gehend in den anderen hineinzuversetzen, um den anderen zu verstehen. Tief gehender als der intensive Schauspieler dies tut ist das gar nicht möglich, das Spiel kann hierdurch real werden. Die Spielregeln des Videospiels und Theaters, dass nur der gespielten Figur, nicht aber dem Menschen dahinter real etwas passieren darf, sind so aufs Leben übertragbar. Schauspiel in dieser Form ist das höchste Spiel, die höchste Qualität des Spiels, die dem Menschen möglich ist, und unseren heutigen Spielen überlegen. Schauspiel ist, wenn auch der theoretische Hintergrund der Scheinhaftigkeit von Wirklichkeit bekannt ist, das Medium zur Herstellung von individuellem und kollektivem Bewusstsein (der Gegenpol von Egoismus/Egozentrik) und kollektiver Wirklichkeit.

Lasst uns auf die Bühne ziehen! Lasst uns auf der Bühne leben! Lasst uns die Bühne vergrößern! Lasst uns essentiell miteinander spielen! Lasst es uns ausprobieren! Unsere Zeit braucht Visionen, konkrete Utopien, mögliche Lösungen wohin die Moderne könnte, wenn sie will. Leben als Spiel! Eine dynamische Realität wäre möglich!

Um real Frieden zu schaffen, brauchen wir keine Truppenübungsplätze, um dort den Krieg einzustudieren. Wir brauchen heute stattdessen ebenso aufwendig inszenierte Gruppenübungsplätze und Friedensübungsplätze, wo Gruppen ein harmonisches und strukturell gewaltfreies Zusammenleben erproben!

Uns fehlt bislang der Schlüssel für das Tor zum gewaltlosen nächsthöheren Level unserer Spezies. Wir suchen jedoch, wie Paul Watzlawick schon sagte, meist nur im Lichtschein des Bekannten. Dort liegt das "Missing Link" aber nicht, sonst wäre das Tor längst offen. Allein schon deshalb sollten wir neue Ideen unterstützen, finanzieren und testen!

   

Orientierung/Gliederung:

Projekt RealTheater:
1.
RealTheater - Konkrete Utopie - Experimentelle Friedensforschung
2.  Grundlagen: Philosophie - Kommunikationsforschung - Konstruktivismus
3.  Grundlagen: Künstlerischer Hintergrund - Schauspiel Know-how
4.  RealTheater & Klartraum (Regieführung in den eigenen Träumen)
5.  RealTheater & Liebesforschung: Kunst, Kultur und Wissenschaft der Liebe
6.  RealTheater & Liebesforschung: Liebe & Sex in einer Zukunftsgesellschaft
7. 
 Projekt RealTheater - Ausführliche Informationen über das Pilotprojekt

Friedensforschung 2.0
1.  Wir benötigen eine Mobilisierung der Friedensforschung
2.  Lösung für den Streit der Standpunkte: Polykontexturale Logik
3.  Das Kommunikationszeitalter benötigt eine neue Streitkultur
4 . Was ist "Struktureller Friede" und "Strukturelle Demokratie"

5.  Friedensarchitektur & Friedenstechnik - Europa braucht eine Friedensstadt!
6.  United World Project - Vom Ich zum Wir - Wir sollten vom Ziel her denken
7.
  Friedensforschungs TV - Neue Friedensideen erfordern eine Medienpräsenz

 

 

   

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Text: Neo von Terra  alias Hans Mack  (1)   2012
Der Autor dieser Seite ist freischaffender Künstler und arbeitet als Friedensaktivist, Kabarettist und Schauspiellehrer

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